Alster

DLRG fordert ein Wasserrettungszentrum

Die Feuerwehr war nach dem Zusammenstoß zwischen Alsterdampfer und Kanu an der Streekbrücke in Winterhude im Großeinsatz

Die Feuerwehr war nach dem Zusammenstoß zwischen Alsterdampfer und Kanu an der Streekbrücke in Winterhude im Großeinsatz

Foto: TV News Kontor

Verbandschef Mählmann will so schnellere Rettung im Notfall. Am Wochenende war ein Kanu beim Zusammenprall mit einem Dampfer gekentert.

Hamburg. Nach der Kollision zwischen einem Alsterdampfer und einem Kanu am Wochenende hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Einrichtung eines Wasserrettungszentrums an der Alster gefordert. „Es ist unverständlich, dass es auf Hamburgs begehrtestem Wasserrevier keine kontinurierliche Wasserrettung gibt“, sagte der Präsident des Hamburger DLRG-Landesverbands, Heiko Mählmann gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Derzeit seien die Mitarbeiter der DLRG nur als Regatta-Begleiter im Einsatz. Feste Liegeplätze gäbe es nicht. „Wasserrettung funktioniert aber nur, wenn es schnell geht“, sagt Mählmann. Nach seinen Vorstellungen sollte das neue Sicherheitszentrum von Feuerwehr und DLRG gemeinsam betrieben werden.

Auch die FDP meldet sich zu Wort: Die Liberalen haben bereits zweimal eine DLRG-Station an der Alster beantragt (zuletzt Mitte April). FDP-Sportpolitiker Daniel Oetzel sagt: „Der Unfall zeigt erneut: Auf der Alster muss dringend etwas für die Sicherheit der Wassersportler geschehen. Die Rathaus-SPD sollte ihren Widerstand dagegen aufgeben.“

Die Verunglückten waren verschwunden

Am Sonntagmittag war es in Höhe der Streekbrücke in Hamburg-Winterhude zu einem Schiffsunfall gekommen. Ein Kanu war quer vor den Alsterdampfer „Alsterschwan“ getrieben. Der Schiffsführer hupte laut und versuchte zu bremsen. Aber das Boot war schon zu nah, beide stießen zusammen. Die Insassen, ein 38 Jahre alter Mann und seine 28 Jahre alte Begleiterin, landeten in der Alster. Zeugen, die den Vorfall vom Anleger beobachtet hatten, alarmierten die Feuerwehr.

Das Unglück ging glimpflich aus. Die Kanufahrer konnten sich auf ein Tretboot retten, ein anderes Kanu nahm das vollgelaufene Boot ins Schlepptau. Da waren die Retter schon mit Löschzügen, Tauchern und Krankenwagen im Anmarsch. Weil von den beiden Kanuten zunächst jede Spur fehlte, suchten die Retter den gesamten Bereich ab. Ohne Erfolg. Erst einige Zeit später meldeten sich die Verunglückten. Pitschnass, aber unverletzt.

Zuletzt war im Mai ein Boot auf der Alster gekentert

Immer wieder kentern auf der Alster Schiffe. „Wir rücken im Sommer häufiger in solchen Fällen aus“, sagt Feuerwehrsprecher Thorsten Grams. Zuletzt hatten die Einsatzkräfte im Mai ein Boot auf der Alster geborgen. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Unfälle im fließenden Schiffsverkehr, wie es im Behördendeutsch heißt, gibt es allerdings laut Statistik der Wasserschutzpolizei nicht so häufig. Zwei wurden im vergangenen Jahr registriert. 2014 waren es sieben und im Jahr davor zehn. Dazu zählen Zusammenstöße von Freizeitskippern genauso wie solche mit Alsterdampfern.

Experten: Alster nicht unterschätzen

Grundsätzlich gilt die Alster als Hafenrandgebiet, die Berufsschifffahrt hat damit Vorrang. „Aber unsere Schiffsführer fahren sehr vorsichtig und erzwingen die Vorfahrt nicht“, sagt Stefan Mager, Betriebsleiter der ATG Alster-Touristik. „Wenn man bedenkt wie viel auf der Alster los ist, passiert wenig.“ Die Alster-Touristik hat 18 Fahrgastschiffe, alle 15 Minuten ist eine Abfahrt.

Trotzdem warnen die Experten davor, die Alster zu unterschätzen. Vor allem Sprünge von Brücken sind gefährlich. Aber auch Schwimmer müssen immer wieder aus dem kalten Wasser gerettet werden. Besonders dramatisch war der tödliche Ruderunfall eines 13-Jährigen Schülers im Jahr 2013.