Sommerspiele 2024

Unterstützung für Olympia sinkt in Hamburg laut Befragung

Laut einer Online-Befragung nimmt die Zustimmung für die Olympia-Bewerbung in Hamburg ab

Laut einer Online-Befragung nimmt die Zustimmung für die Olympia-Bewerbung in Hamburg ab

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Initiatoren werten das Ergebnis als Warnschuss. Die Aussagekraft solcher Internet-Umfragen ist umstritten.

Hamburg. Die Unterstützung für eine Olympia-Bewerbung nimmt in Hamburg offenbar ab. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer von der Agentur Faktenkontor über die Internet-Plattform Toluna durchgeführten Befragung, bei der laut Faktenkontor-Geschäftsführer Jörg Forthmann bundesweit 1000 und in Hamburg 200 Menschen „repräsentativ“ befragt worden seien.

Demnach unterstützen nur noch 18,3 Prozent der Hamburger eine Olympia-Bewerbung ihrer Stadt „sehr stark“, während 24,5 Prozent sie „stark“ unterstützen. Im Vergleich zur Forsa-Umfrage vom März, bei der sich 64 Prozent für eine Bewerbung ausgesprochen hätten, sei die Unterstützung also „rapide gefallen“, so Forthmann. Sie liege in Hamburg sogar deutlich unter der Unterstützung im gesamten Bundesgebiet und den meisten anderen Bundesländern. Bundesweit gaben 47,6 Prozent der Befragten an, die Olympiabewerbung „sehr stark“ oder „stark“ zu unterstützen. In Hamburg antworteten 20,6 Prozent , die Bewerbung sei ihnen egal. 12,0 gaben an, sie unterstützten die Bewerbung „wenig“ und 24,6 „gar nicht“.

„Die relativ schwache Zustimmung in Hamburg ist ein erstes Warnsignal für die Olympia-Organisatoren“, sagte Faktenkontor-Geschäftsführer Fortmann. „Die Warnung des Rechnungshofes, dass die Kosten nicht zuverlässig abgeschätzt werden können und Hamburg große Finanzrisiken eingeht, hat die Euphorie der Hamburger spürbar gebremst.“ Außerdem wirke sich die Kritik auch anderer Akteure mittlerweile stärker aus, etwa die der Hafenwirtschaft, so Forthmann. „Die Hamburger Olympia-Organisatoren sind zudem mit dem Effekt konfrontiert, dass Begeisterung für eine Sache nicht ewig hält, sondern mit der Zeit verflacht. Mit der Nominierung Hamburgs als Deutschlands Kandidat für Olympia 2014 ist eine Welle der Euphorie durch die Stadt geschwappt. Rechtzeitig zu der offiziellen Befragung der Hamburger im November muss es den Olympia-Befürwortern gelingen, diese Euphorie wieder anzufeuern.“

Dabei müsse die Olympia-Bewerbung wieder zu „einer Sache der Hamburger werden“, so der Faktenkontor-Geschäftsführer, der das Unternehmen zusammen mit dem CDU-Landesvorsitzenden Roland Heintze führt. „Vor der Nominierung Hamburgs als Olympia-Kandidat Deutschlands gab es noch massenhafte Sympathiekundgebungen – und die Hamburger konnten die Bewerbung hochpersönlich unterstützen, sich von der Idee geradezu berauschen lassen. Diese Möglichkeiten zur Beteiligung und zur Identifikation fehlen derzeit.“ Statt dessen, so Forthmann, sei eine „Bürokratisierung des Projekts“ zu beobachten.

Für die Befragung hat Faktenkor nach eigenen Angaben das Online-Panel Toluna genutzt. „Für dieses Panel hat sich eine sechsstellige Zahl an Bundesbürgern registriert. Sie werden von Toluna zur Umfrage gezielt eingeladen und erhalten ein kleines Incentive“ erläutert Forthmann die Metode. Derartige Online-Beffagungen seien inzwischen „in der Marktforschung tägliche Praxis“. Wie aussagekräftig solche Befragungen von Internet-Communities sind, ist gleichwohl umstritten.