Fall aus Hamburg

Rückschlag bei Aufklärung des Überfalls auf Chinesin

Nach der Sendung "Aktenzeichen XY" hatte sich ein 16-Jähriger gemeldet, der die Attacke am Hauptbahnhof beobachtet haben wollte.

Hammerbrook. Im Bemühen, den Angriff auf eine chinesische Touristin am Hamburger Hauptbahnhof aufzuklären, muss die Polizei einen Rückschlag hinnehmen. Ein junger Zuschauer, der sich nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ als angeblicher Zeuge gemeldet hatte, habe das Verbrechen gar nicht beobachtet, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag.

Auch über die weiteren zehn Anrufe, die nach der Sendung vom vergangenen Mittwoch eingegangen waren, hätten sich keine sachdienlichen Hinweise ergeben. Daher habe die Hamburger Polizei noch keine neuen Erkenntnisse zu der Tat.

Im November 2013 war die damals 40 Jahre alte Kunstlehrerin, die an einem deutsch-chinesischen Austauschprogramm teilgenommen hatte, nach Polizeiangaben von einem Unbekannten plötzlich von hinten attackiert worden, als sie vor der Abfahrt ihres Zuges noch spazieren ging und am Klosterwall Fotos machte. Der Angreifer zog sie an den Haaren und warf sie zu Boden. Dann versetzte er der Frau mehrere massive Fußtritte gegen den Kopf. Die 40-Jährige konnte noch per Handy Hilfe rufen und wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Täter floh.

5000 Euro Belohnung für Hinweise

Nach dem Anruf eines 16-Jährigen bei "XY" hatten sich die Ermittler zunächst über eine heiße Spur gefreut. „Er gab an, dass er das Verbrechen beobachtet habe“, hatte eine Sprecherin des TV-Magazins dem Abendblatt gesagt. Nach der Befragung des jungen Mannes hat sich dies nun offenbar als falsch herausgestellt.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens und der Festnahme des Täters führen, hat die Hamburger Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Der nach Polizeiangaben 25 bis 35 Jahre alte Täter trug unter anderem lange, dunkle zum Zopf gebundene Haare. Hinweise an die Polizei unter 040/428 656 789.