Aumühle/Hamburg

Will Nestlé sich von Fürst Bismarck trennen?

Ein Mitarbeiter des Mineralwasserherstellers "Fürst Bismarck Quelle" überwacht  die PET-Produktionsanlage.

Ein Mitarbeiter des Mineralwasserherstellers "Fürst Bismarck Quelle" überwacht die PET-Produktionsanlage.

Foto: A3417 Ulrich Perrey / dpa

Der Lebensmittelkonzern will sein Angebot internationalisieren. Regionalwasser passt nicht mehr ins Konzept. 100 Mitarbeiter betroffen.

Aumühle/Hamburg.  Der Nestlé-Konzern will sich offenbar von der regionalen Wassermarke Fürst Bismarck trennen. Nach Angaben eines Unternehmensprechers steht der Betrieb in Aumühle mit 100 Mitarbeitern auf dem Prüfstand. Zuerst hatte die Bergedorfer Zeitung (Dienstagsausgabe) über die Verkaufsabsichten berichtet. Als Begründung hieß es, die regionale Marke passe nicht mehr in das Konzept des internationalen Unternehmens.

„Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen für Fürst Bismarck“, sagt Nestlé-Sprecher Alexander Antonoff dem Abendblatt. „Eine Möglichkeit ist ein Verkauf, eine andere die Kooperation mit einem Partner. Ein Ergebnis gibt es aber noch nicht.“ Die Entscheidung soll in absehbarer Zeit, vermutlich noch in diesem Jahr fallen.

Hintergrund der Verkaufsüberlegungen ist die Neuausrichtung der Sparte Nestlé Waters, die schon seit mehreren Jahren läuft. Im Zuge dessen trennt sich der Nahrungsmittelhersteller von immer mehr regionalen Marken und konzentriert sich stattdessen auf Weltmarken wie Vittel, Contrex oder S. Pellegrino. „Fürst Bismarck ist im norddeutschen Raum und insbesondere in Hamburg und Schleswig-Holstein zwar sehr erfolgreich und gut aufgestellt“, sagt Antonoff. „Die Verbreitung ist aber auf die Region beschränkt.

Nach Informationen von Branchenkennern hat „Fürst Bismarck“ einen Umsatz von 30 Millionen Euro im Jahr. 130 Millionen Liter Wasser werden im Jahr werden abgefüllt. Das Wasser kommt aus einem 120 Meter tiefen Brunnen und wird seit hundert Jahren abgefüllt. Otto von Bismarck soll die Quelle auf einem Spaziergang selbst entdeckt haben. (bob/mik)