Facebook

Halbmarathon: Shitstorm gegen Wasser-Verschwendung

Laufen macht durstig, trotzdem waren viele Wasserflaschen übrig

Laufen macht durstig, trotzdem waren viele Wasserflaschen übrig

Foto: Witters

Besucher des Sport-Events sah mit an, wie reihenweise volle Wasserflaschen weggekippt wurden. Hella führt gute Gründe dafür an.

Hamburg. Die Mitarbeiter gingen schnell und routiniert vor, entdeckten eine volle Wasserflasche nach der nächsten – und kippten den Inhalt in die Straßenrinne. Mit der großflächigen Entsorgung von übrig gebliebenen Mineralwasser am Rande des Halbmarathons hat der Veranstalter hella am Sonntagnachmittag einen „Shitstorm“ im Internet provoziert. Bei Facebook schrieb der Nutzer Florian Gerl von empörender Verschwendung – binnen 24 Stunden drückten knapp 2700 andere Nutzer auf „Gefällt mir“ und verbreiteten den Beitrag weiter.

Das Unternehmen hella und die Veranstaltergesellschaft des Halbmarathons sahen sich am Montag zu einer Stellungnahme genötigt. „Es ist verständlich, dass dieser Anblick für die Besucher irritierend ist“, sagte eine hella-Sprecherin dem Abendblatt. An den sieben Erfrischungsposten entlang der Strecke seien auch in diesem Jahr rund 8000 Plastikbecher für die Sportler bereitgestellt worden. Zusätzlich würden Flaschen für bis zu 16.000 weitere Portionen bereitgehalten. Von dieser Reserve müsste tatsächlich in der Regel ein großer Teil ungenutzt entsorgt werden.

Dies hat laut Hella jedoch praktische Gründe. „Um keine Wartezeiten an den Ständen entstehen zu lassen, werden die Flaschen ‚vorgedreht‘, also eine halbe Umdrehung weit geöffnet“, sagte die Sprecherin. Für Außenstehende könne dann der Eindruck entstehen, es handele sich um verschlossene Flaschen. Die Gesetzeslage biete keine andere Möglichkeit, als die vorgedrehten Flaschen zu entsorgen. „Es ist uns verboten, diese Flaschen noch zu verkaufen oder Bedürftigen zu geben“, heißt es vom Veranstalter des Halbmarathons. Die Flaschen könnten nach der Öffnung mit Keimen belastet sein oder sogar manipuliert worden sein.

Am Mittag reagierte Hella und stelle auf Facebook eine Erklärung online, um die Wogen zu glätten.

Unter der Überschrift "Liebe hella-Fans" teilte das Unternehmen mit, warum die Flaschen bereits vorab geöffnet worden waren. "Diese Flaschen mit aufgebrochenem Sicherheitsring sind nicht mehr verkehrsfähig, d.h. sie dürfen nach der Veranstaltung leider nicht mehr in den Umlauf gebracht werden – weder über den Handel noch als Spende. Diese gesetzliche Vorgabe dient dem Schutz des Verbrauchers, da der Inhalt manipuliert und verunreinigt werden könnte", hieß es. Alle vollen und noch verschlossenen Flaschen, beteuerte Hella, gingen aber in der Regel zurück in unser Zwischenlager und werden für weitere Veranstaltungen genutzt.