Pinneberg
Getränkehersteller

Im Norden läuft es für Hella prickelnd

Foto: Hansa Mineralbrunnen GmbH

Rellinger Hansa Mineralbrunnen will verstärkt Menschen im Rest der Republik mit ihrer Marke begeistern – und das nicht nur mit Wassersorten.

Halstenbek.  „Hella – von Grund auf frisch“: Diesen Werbeslogan kennt in Norddeutschland fast jeder. Aber nur wenige wissen, dass die Marke von Rellingen aus gesteuert wird: Im Bürokomplex „Rellingen Park“ am Halstenbeker Weg sitzt die Hansa Mineralbrunnen GmbH, die hinter Hella steht.

1960 kam das Mineralwasser unter diesem Namen auf dem Markt, verantwortet von der Holsten Brauerei. Die Ehefrau des damaligen Holsten-Geschäftsführers hörte auf den Vornamen Hella und wurde kurzerhand Namenspatin des neuen Produktes.

In der 55-jährigen Geschichte des Mineralwassers wechselte der Quellort mehrfach. Der Eigentümer Holsten blieb erhalten – bis 2004. Als Carlsberg die Hamburger Brauerei übernahm, ging die Mineralwassersparte an die Hamburger Familie Lange. „Seitdem sind wir ein inhabergeführtes Familienunter­neh­men“, sagt Nicole Freudenberger, 46, seit Ende 2010 Marketingleiterin bei Hansa Mineralbrunnen.

Die Firma umfasst 40 Mitarbeiter, darunter 24 im Außendienst. „Wir sind eine reine Marketing- und Vetriebsgesellschaft“, so Nicole Freudenberger weiter. Um Finanzen und Personal kümmert sich die Muttergesellschaft Hansa Heemann AG, die in Rellingen im selben Gebäude beheimatet ist. Und die Quelle befindet sich in Trappenkamp im Kreis Segeberg. Dort betreibt die Hansa Heemann AG eine große Getränkefabrik, in der das Wasser aus mehreren Quellen abgefüllt wird. Eine davon wird exklusiv für die Marke Hella genutzt.

Zehntausende Flaschen werden pro Stunde in Trappenkamp befüllt

Je nach Bedarf werden zwischen 30.000 und 60.000 Flaschen pro Stunde befüllt und mit dem Hella-Etikett versehen. „Wir haben den nördlichen Teil der Republik gut erschlossen. Jetzt sind wir dabei, immer mehr Menschen außerhalb des Nordens mit unseren Getränken zu begeistern“, sagt Tobias Giles-Bluhm, 53, der Geschäftsführer von Hansa Mineralbrunnen. Und er weiß auch um das Erfolgsrezept von Hella: „Unser Wasser ist sehr ausgewogen mineralisiert, was den Geschmack unserer Kunden trifft.“ Und man versuche, besser als andere Mischgetränke zu machen. Hella ist schon seit langem nicht mehr nur Wasser.

23 unterschiedliche Geschmacksrichtungen werden unter dem Markennamen vertrieben, die Geschmacksrichtungen reichen von Pfirsich, Himbeer und Erdbeer bis hin zu Waldmeister-Flip und den „Garten-Klassikern“ Rhabarber und Johannisbeere.

Unter Hella Aktiv gehört auch ein isotonischer Durstlöscher zum Sortiment, natürlich darf auch ein Wellness-Ableger nicht fehlen. „Wir versuchen immer, neue Impulse in den Markt zu geben, neue Trends aufzunehmen und diese marktfähig zu machen“, sagt Marketingschefin Nicole Freudenberger. Ziel sei es, zu jedem Anlass ein passendes Getränk für den Kunden bereitzuhalten. „Wir wollen, dass Hella die Menschen durch den Tag begleitet“, sagt Freudenberger.

Damit die Rellinger Firma mit neuen Sorten zum Trendsetter wird, finden regelmäßig Verkostungsrunden statt, an denen 30 bis 80 Konsumenten teilnehmen. „Alles Neue muss zu Hella passen, es muss authentisch sein“, sagt Freudenberger.

Beim Mineralwasser liegt im Norden nur Fürst Bismarck vor Hella

Eines haben alle neuen und alten Sorten gemeinsam: Die Basis bildet immer das Mineralwasser aus der Hella-Quelle. Mit diesem Erfolgsrezept steht Hansa Mineralbrunnen, was den nationalen Absatz von Wasser mit Geschmack angeht, auf Platz zwei hinter Volvic. Im Norden ist Hella in dieser Sparte die unangefochtene Nummer eins. Beim Mineralwasser liegt in Norddeutschland nur Fürst Bismarck vor Hella. Mit drei Flaschengrößen – 0,75 Liter, 1 Liter und 1,5 Liter – ist die Marke im Handel präsent. „Am stärksten nachgefragt ist die 0,75 Liter Flasche“, erläutert Nicole Freudenberger. Ein besonders starkes Wachstum weist die Marke ihren Angaben zufolge im Limonadenbereich auf. Hier hat Hella seit 2014 fünf statt zwei Sorten am Start, der Absatz hat sich in diesem Bereich um sieben Prozent erhöht.