Vatikanstadt

Hamburger Erzbischof trifft erstmals Papst Franziskus

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße.

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße.

Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

Der Papst übergab Stefan Heße und 45 weiteren Erzbischöfen das Ehrenzeichen der neuen Amtswürde. In seiner Predigt mahnte er zu Bescheidenheit.

Hamburg/Vatikanstadt.  Es war ein ganz besonderer Augenblick auf den neuen Hamburger Erzbischof Stefan Heße: Am Montagvormittag erhielt er von Papst Franziskus das Pallium, das Ehrenzeichen seiner neuen Amtswürde. Gemeinsam mit dem 48-Jährigen waren auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (58) und der künftige Leiter des Erzbistums Berlin, Heiner Koch (61), nach Rom gereist.

Das Pallium sei ein Symbol für ihre seelsorgerische Aufgabe, sagte der Papst bei dem Gottesdienst zur Segnung im Petersdom. Es stehe für das Schaf, das der Hirte auf seinen Schultern trage wie Christus, der Gute Hirte. Zugleich sei es ein liturgisches Zeichen der Gemeinschaft zwischen dem Stuhl des heiligen Petrus und seiner Nachfolger und den Trägern des Palliums, den Leitern einer Kirchenprovinz sowie allen Bischöfen, erklärte er.

Franziskus hielt die Bischöfe in seiner Predigt an, eine Kluft zwischen ihrem Lebenswandel und der christlichen Botschaft zu vermeiden. Das wirksamste und echteste Zeugnis bestehe darin, „mit dem Verhalten und dem Leben nicht dem zu widersprechen, was man mit dem Wort verkündet und was man die anderen lehrt“.

Gemeinsam mit den drei Deutschen bekamen das Pallium 43 weitere Erzbischöfe, die in den vergangenen zwölf Monaten zu Leitern einer katholischen Kirchenprovinz ernannt wurden. Das Pallium ist eine weiße Wollstola mit aufgestickten schwarzen Kreuzen, die beim Gottesdienst über dem Messgewand getragen wird. Sie unterstreicht die besondere Verbindung mit dem Papst in Rom.

Die Verleihung des Palliums erfolgt jedes Jahr am 29. Juni, dem römischen Patronatsfest Peter und Paul. In diesem Jahr hat der Papst den neuernannten Erzbischöfen die Wollstola erstmals nicht mehr persönlich über die Schultern gelegt, wie in der Vergangenheit. Stattdessen händigte er sie ihnen aus. Die Zeremonie der Auflegung soll später in der Kathedrale des jeweiligen Erzbischofs durch den päpstlichen Botschafter erfolgen. (KNA)