Königlicher Besuch

Für Dänemark schlägt das Herz von Inken Henze höher

Inken Henze blogt über Dänemark. Heute trifft sie Frederik und Mary in Hamburg. Zur Hochzeit des Kronprinzenpaares reiste sie
2004 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen

Inken Henze blogt über Dänemark. Heute trifft sie Frederik und Mary in Hamburg. Zur Hochzeit des Kronprinzenpaares reiste sie 2004 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen

Foto: Klaus Bodig

Sie arbeitet für Dänen, schreibt über Dänen, mag alles Dänische – und ist natürlich dabei, wenn Frederik und Mary nach Hamburg kommen.

Hamburg.  Sie campieren tagelang vor dem Krankenhaus, wenn Herzogin Kate ihr Baby erwartet, nehmen sich Urlaub, um für den Bruchteil einer Sekunde eine Blick auf Willem-Alexander und Máxima erhaschen zu können und halten mit Flaggen bemalte Gesichter und Fingernägel in Kameras. Bei Auftritten der Mitglieder der Königshäuser gibt es immer Fans, die extra anreisen, um die Royals zu bejubeln. Auch in Hamburg werden heute beim Besuch des dänischen Kronprinzenpaares Tausende Schaulustige erwartet, die Frederik und Mary willkommen heißen wollen. Mittendrin Inken Henze, Autorin des Blogs „Amalie loves Denmark“, die vom dänischen Handelskontor eingeladen wurde, während des Besuchs des Kronprinzenpaares eine Blogger-Tour zu leiten und so Frederik und Mary zu treffen.

Inken Henze liebt „alles, was mit Dänemark zu tun hat“: Leute, Design, Essen. „Meine Begeisterung für Dänemark kommt von Herzen, deswegen musste es wohl einfach sein, dass ich irgendwann das Kronprinzenpaar treffen darf“, sagt die 48-Jährige, die als Marketingberaterin für – na klar – dänische Firmen arbeitet. Wer Inken Henze in Sülfeld im Kreis Segeberg besucht, weiß gleich, dass er an der richtigen Adresse ist. Das schwarze Holzhaus mit der Veranda ist zwar laut Henze schwedisch („Dänen bauen nur ihre Ferienhäuser aus Holz“), aber im Fenster weht ein Miniatur-Dannebrog und in der Küche hängt, ausgeschnitten aus einer Zeitschrift, ein Hochzeitsbild von Frederik und Mary. Tagelang vor einem Krankenhaus campieren würde Inken Henze wohl eher nicht, dafür ist sie nicht der Typ, ihre Begeisterung für Dänemark ist trotzdem deutlich. In ihrem Haus ist alles „dänisches Design oder Ikea“, bis hin zu den Türklinken, das Rentierfell auf dem Fußboden zumindest skandinavisch. Der dänische Designer Arne Jacobsen ist dabei ihr Vorbild. „Wenn ich mal nicht weiter weiß, frage ich mich: Was würde Jacobsen jetzt tun?“

Inken Henze sieht Kronprinz Frederik nicht zum ersten Mal. Zu seiner Hochzeit mit der Australierin Mary reiste sie 2004 nach Dänemark. Mit dabei war ihr damals acht Jahre alter Sohn. Henze entschuldigte ihn in der Schule mit den Worten „Wir sind zu einer Hochzeit eingeladen“. Persönlich eingeladen waren sie zwar genau genommen nicht, an das Fest erinnert sie sich trotzdem gut. „Im Radio ging es die ganze Zeit darum, was für ein Kleid Mary tragen würde. Mit einer Freundin standen wir dann in der Fußgängerzone und sahen die Hochzeitsgesellschaft. Es gab nicht mal eine Absperrung, wir wurden nur nett gebeten, Abstand zu halten.“ Schön und spannend sei das, beneiden tut Inken Henze die Royals aber nicht. Auf Instagram hat sie gesehen, dass Frederik am Wochenende in Italien war. „Diese ganzen Termine sind schon stressig.“

Wenn Inken Henze von den dänischen Royals spricht, dann klingt das sehr vertraut. Während Margrethe „ja sehr eigen“ sei, ist Mary „ein toller Fang für die Familie“. Dänen seien wie eine große Familie. „Jeder kennt jeden.“ Daher auch das auf dänisch übliche „Du“, mit dem jeder angesprochen wird – fast jeder, denn die Königsfamilie wird gesiezt. „Die korrekten Sie-Vokabeln zu lernen, hat mir am meisten Panik bereitet“, sagt Henze, die sich auch informiert hat, wie das Kronprinzenpaar standesgemäß begrüßt wird. „Sie müssen zuerst die Hand reichen, dann darf man sie nehmen. Umgekehrt nicht.“ Auf der sicheren Seite ist man mit einem Knicks. Den hat Inken Henze mit ihrem Neffen geübt, der zwei Jahre alt ist und in Kopenhagen lebt.

Wenn sie dem royalen Paar gegenübersteht, wird Inken Henze bei der Vorstellung sicher auch den Namen „Amalie“ hinzusetzen, unter dem sie ihren Blog schreibt. Inken hieße nämlich Amalie, wenn sie zur selben Zeit statt in Deutschland in Dänemark geboren wäre, hat sie sich überlegt. Auch auf ihrem Buchcover, einem Deko-Guide über Kopenhagen, den sie im vergangenen Jahr herausgebracht hat, steht ihr Pseudonym aus der Blogosphäre. „Auf den Namen reagiere ich mittlerweile“, sagt Henze, die während der Arbeit an ihrem Buch mindestens einmal im Monat in Kopenhagen war.

Beim Besuch des Kronprinzenpaares in Hamburg gilt es nun, den besten Eindruck zu machen. Schließlich wird Inken Henze zum zweiten Mal in ihrem Leben Frederik in persona sehen – dieses Mal sogar mit Einladung. Dazu musste auch die Outfit-Frage geklärt werden. Inken Henze hat sich für eine Lösung entschieden, die wohl im Sinne des Funktionalisten Arne Jacobsen gewesen wäre: „Ich trage flache Schuhe, ist ja schließlich Arbeit.“