Bewerbung

Her mit den Olympischen Spielen in Hamburg!

Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz (r.) und Innensenator Michael Neumann (beide SPD, Archiv)

Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz (r.) und Innensenator Michael Neumann (beide SPD, Archiv)

Foto: dpa

Olympia-Umfrage: In der Hansestadt stimmen deutlich mehr Bürger einer Bewerbung zu als in Berlin. Wird der Stimmungstest den Ausschlag geben?

Hamburg. Neun Prozentpunkte Vorsprung! Eine Woche vor der Entscheidung, ob Deutschland sich mit Hamburg oder Berlin für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 bewirbt, hat die Hansestadt einen wichtigen Stimmungstest gewonnen.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, deren Ergebnisse der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Dienstag in Neu-Isenburg bei Frankfurt vorstellte, sprachen sich in Hamburg 64 Prozent der Befragten für das sportliche Großereignis aus. In der Bundeshauptstadt lag die Zustimmung dagegen bei 55 Prozent. Im Vergleich zu einer Umfrage im September legten die Zustimmungswerte in Hamburg um elf und in Berlin um sieben Prozentpunkte zu.

„Wir freuen uns über die riesige Zustimmung zu Olympischen und Paralympischen Spielen und vor allem auch darüber, dass es in beiden Städten Zuwächse bei der konkreten Bewerberfrage gab“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Im Vorfeld der Umfrage hatte der DOSB stets die Bedeutung der Umfrage für die Kür der deutschen Kandidatenstadt betont.

Am kommenden Sonntag trifft das DOSB-Präsidium sich mit den Spitzensportverbänden, einen Tag später mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Auf der Basis dieser Gespräche, in die die Umfrage-Ergebnisse einfließen sollen, wird die DOSB-Führung am 16. März eine Empfehlung für einen Kandidaten aussprechen. Die endgültige Wahl des deutschen Bewerbers findet am 21. März in der Frankfurter Paulskirche statt. Sie gilt als Formsache.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bewertete die Zahlen der neuen Umfrage als „ein großes Kompliment für alle, die den Traum von Spielen an Alster und Elbe wahr machen wollen“. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte dagegen: „Das Rennen um Olympia zwischen Hamburg und Berlin ist noch nicht entschieden. Die Umfrage ist nur ein Teil des Entscheidungsprozesses.“ Hamburgs Sportsenator Michael Neumann (SPD) wies darauf hin, ein besonders wichtiges Ergebnis sei der Rückgang der Zahl der Olympia-Gegner in Hamburg von 44 auf 32 Prozent.

Sowohl Hamburg als auch Berlin wollen im Fall ihrer Kür zur Kandidatenstadt im Herbst ein Referendum abhalten. Wenn es dabei keine Mehrheit für Olympia gäbe, wäre die Kandidatur hinfällig.

In Hamburg und Berlin waren jeweils 1500 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt worden. Die Studie ergab zudem, dass in Hamburg 77 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass eine Mehrheit der Einwohner für Olympia stimmen werde. In Berlin waren es nur 50 Prozent.

Das Ergebnis der Umfrage löste in Hamburg große Freude aus. Die Aktionen der vergangenen Monate hätten das Thema zum Stadtgespräch werden lassen und damit ihr Ziel erreicht, sagte Olympia-Botschafter Alexander Otto. Der Präsident des Hamburger Sportbunds, Jürgen Mantell, reagierte begeistert. „Eine Steigerung um elf Prozent ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Wir sind jetzt wirklich gut im Rennen.“ Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein, sagte, es sei gelungen, viele Menschen von der Machbarkeit der Spiele zu überzeugen. „Das klare Ja der Hamburger kann dem Deutschen Olympischen Sportbund die Sicherheit geben, dass auch in einem Referendum im Herbst eine Olympia-Bewerbung der Hansestadt bestätigt wird“, sagte Reinhard Wolf, Olympia-Beauftragter der Handelskammer Hamburg.

Die Bewegung (N)Olympia-Hamburg kritisierte dagegen den Stimmungstest. „Diese Umfragewerte sind eher eine Warnung als ein Bestärkung für den DOSB, der nun mit seiner Entscheidung, mit welcher Stadt er ins Rennen für eine Olympia-Bewerbung gehen will, noch mehr Probleme haben dürfte.“