Umgebaute Boeing 747

„Fliegende Sternwarte“ auf dem Hamburger Flughafen gelandet

Die weltweit einzigartige Maschine ist normalerweise am „Armstrong Flight Research Center“ der NASA in Kalifornien stationiert. Mit dem Check in Hamburg erfülle das DLR einen Teil seines 20-prozentigen Beitrags zum Betrieb des Observatoriums.

Hamburg. Auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel ist am Sonnabend die „fliegende Sternwarte“ der US-Weltraumbehörde NASA gelandet. Die zum Observatorium umgebaute Boeing 747 „Sofia“ soll bei Lufthansa Technik generalüberholt werden, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Hamburg mit. Die weltweit einzigartige Maschine ist normalerweise am „Armstrong Flight Research Center“ der NASA in Kalifornien stationiert. Mit dem Check in Hamburg erfülle das DLR einen Teil seines 20-prozentigen Beitrags zum Betrieb des Observatoriums, hieß es.

„Sofia“ hat den Angaben zufolge seit 2010 rund 90 wissenschaftliche Flüge absolviert. Untersucht wurde, wie sich Milchstraßensysteme entwickeln oder wie Sterne und Planetensysteme aus interstellaren Molekül- und Staubwolken entstanden sind. Im Rumpf des Flugzeuges befindet sich ein 17 Tonnen schweres, in Deutschland entwickeltes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 2,70 Metern. Weil der „Jumbo“ bis in die Stratosphäre steigen kann, lässt sich zum Beispiel Infrarot-Strahlung nahezu verlustfrei beobachten. Bodengebundene Teleskope sind dazu nicht in der Lage, weil der Wasserdampf der Atmosphäre die Infrarot-Strahlung weitgehend abblockt.

Sofia ist nach DLR-Angaben für eine Einsatzzeit von 20 Jahren ausgelegt. Nach der Generalüberholung in Hamburg soll die Maschine ab 2015 mit jährlich rund 100 geplanten Beobachtungsflügen für viele Jahre „das wesentliche Werkzeug der Infrarot-Astronomen“ sein.

Während Lufthansa-Techniker das Flugzeug durchchecken, wird auch das Teleskop einer gründlichen Wartung unterzogen. Dabei sollen Verschleißteile ausgetauscht und einzelne Instrumententeile neu justiert werden.

Auch für die Lufthansa Technik ist dieser Check außergewöhnlich: „Weil Sofia kein Linienflugzeug, sondern ein fliegendes Observatorium ist, werden aus Routineverfahren hier besondere Vorgänge“, sagte Projektmanager Sven Hatje. Die Maschine verfüge nicht nur über eine modifizierte Elektronik, sondern auch über einen „einmaligen Rumpf“ mit einer rund vier Mal sechs Meter großen Luke, die sich nachts öffnet, wenn das Teleskop in den Sternenhimmel blickt.