Immobilien

2013 wurden in Hamburg mehr als 6000 Wohnungen gebaut

Hamburgs Bausenatorin Jutta Blankau verkündete: „Wir haben unser Versprechen gehalten.“ Das Bündnis für Wohnen sorge für eine Stabilisierung der Preise.

Wilhelmsburg. In Hamburg sind im vergangenen Jahr 6407 Wohnungen gebaut worden. Dieses Zahl habe das Statistikamt Nord am Freitag mitgeteilt, sagte die zuständige Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau. Damit seien 2614 Wohnungen mehr als im Jahr 2012 errichtet worden. „Es war eines der zentralen Versprechen des Senats, den lange vernachlässigten Wohnungsbau in Hamburg in Schwung zu bringen“, fügte Blankau hinzu. „Wir haben unser Versprechen eingehalten und unser Ziel erreicht.“ Zuletzt waren im Jahr 2000 mehr als 6000 Wohnungen in Hamburg in einem Jahr errichtet worden.

„Das ist eine gute Nachricht für alle diejenigen, die in Hamburg eine Wohnung suchen“, erklärte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und fügte hinzu: „Wir werden jetzt nicht nachlassen. Der Wohnungsbau wird eines der zentralen Themen des Senats bleiben.“

Die Hamburger SPD hatte im Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl 2011 versprochen, in der Hansestadt jährlich 6000 Wohnungen bauen zu lassen. Um das Ziel zu erreichen, wurde mit der Wohnungswirtschaft und den sieben Stadtbezirken das „Bündnis für das Wohnen“ geschlossen.

Blankau würdigte am Freitag die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Die Kooperation ist der Schlüssel des Erfolges.“ Zudem rechnet die Senatorin damit, dass auch in diesem Jahr die Marke von 6000 Neubauwohnungen übertroffen wird. Derzeit befänden sich mehr als 11.000 Wohnungen im Bau.

Die meisten Wohnungen wurde im vergangenen Jahr im Bezirk Wandsbek errichtet. Das Statistikamt vermeldete dort 1311 Fertigstellungen. Auf den Plätzen folgen Hamburg-Nord mit 1252 und Altona mit 1096 gebauten Wohnungen. Ein Eimsbüttel wurden 944 und in Hamburg-Mitte 856 Wohnungen errichtet. Am Ende liege Harburg mit 473 und Bergedorf mit 455 neuen Wohnungen.

Nach den Worten von Blankau führt der verstärkte Wohnungsbau bereits zu einer Stabilisierung der Preise auf dem Wohnungsmarkt. Vor allem im Hochpreissektor verzeichnen Makler bereits sinkende Preise. Da bei Neubauprojekten inzwischen mindestens 30 Prozent der Wohnungen staatlich gefördert sein müssen, rechnet die Senatorin auch bei günstigem Wohnraum in nächster Zeit mit einer positiven Entwicklung.

In Hamburg gibt es insgesamt rund 900.000 Wohnungen. Etwa ein Drittel des Wohnraums in der Hansestadt wird von Wohnungsgenossenschaften und dem städtischen Wohnungskonzern Saga GWG angeboten.

Experte: Guter Tag für Hamburg

Der Stadtentwicklungsexperte der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dirk Kienscherf, sprach von einem „guten Tag für Hamburg“. Seit dem Regierungswechsel im Jahr 2011 seien mehr als 29.000 Baugenehmigungen erteilt worden. Das sei „ein verlässlicher Indikator dafür, dass die Fertigstellungszahlen auch in diesem und im nächsten Jahr ebenfalls über der von uns anvisierten 6000er-Marke liegen werden“.

Die Veränderung zeige sich auch beim städtischen Wohnungskonzern Saga GWG. Nachdem 2010 keine einzige neue Wohnung im Bau gewesen sei, sei allein im vergangenen Jahr mit dem Bau von 1000 Wohnungen begonnen, erklärte Kienscherf.

Trotz der hohen Neubauzahlen machte der Sozialdemokrat deutlich, dass seine Fraktion an den umstrittenen Gesetzen zum Wohnungsmarkt festhalten werde. Es bleibe bei der Deckelung von Erhöhungen bei Bestandsmietverträgen auf maximal 15 Prozent innerhalb von drei Jahren, bei der Verschärfung des Wohnraumschutzgesetzes und der heftig diskutierten Mietpreisbremse. Zudem wolle die SPD mit Hilfe von sozialen Erhaltungsverordnungen die Gentrifizierung von Quartieren verhindern