Befragung

Hamburg ist die deutsche Hochburg für Soziales

Bundesweite Befragung ergibt, dass die Hansestadt in vielerlei Hinsicht Stiftungs-Hauptstadt ist. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil an sozialen Zwecken höher.

Hamburg. In Hamburg verfolgen 37 Prozent der rund 1300 Stiftungen soziale Zwecke. Damit stellt die Hansestadt in der Stiftungslandschaft einen neuen Rekord auf: In keinem anderen Bundesland ist der Anteil an sozialen Zwecken höher. Bundesweit liegt er nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen bei knapp 29 Prozent dieser Institutionen.

Wie aus einer bislang unveröffentlichten Befragung des Bundesverbandes hervorgeht, arbeiten die Stiftungen in Deutschland zunehmend professioneller. In der Hansestadt und im bundesweiten Durchschnitt orientieren sich gut drei Viertel der repräsentativ ausgewählten Stiftungen an einem Leitbild. „80 Prozent haben dieses Leitbild sogar schriftlich fixiert. Diese Zahlen zeigen, dass Stiftungen zunehmend professionell agieren“, sagte Professor Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, dem Abendblatt. Leitbilder legen fest, welche Rolle die jeweilige Stiftung in der Gesellschaft spielen will.

Gegenwärtig bereitet der Bundesverband mit Hochdruck den diesjährigen zentralen Stiftertag vor, der vom 21. bis 23. Mai in Hamburg stattfindet. Zum größten Stifterkongress in Europa werden rund 1600 Entscheider aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur erwartet. Bundespräsident Joachim Gauck soll an der Auftaktveranstaltung im CCH teilnehmen. „Wir freuen uns auf Hamburg, diese herausragende Stiftungs- und Stifterstadt“, so Hans Fleisch. Schließlich verfüge Hamburg mit den 1300 rechtsfähigen Stiftungen über die höchste Dichte dieser Art in Deutschland mit einem Gesamtvermögen von 7,8 Milliarden Euro. Umgerechnet kommen auf 100.000 Einwohner 75 Stiftungen; im Bundesdurchschnitt sind es 25.

Welches Profil die einzelnen Einrichtungen haben, wird zunehmend in einem Leitbild formuliert. Bei der Körber Stiftung ist es zum Beispiel das Selbstverständnis als „Forum für Impulse“. Und bei der Ernst und Claere Jung Stiftung geht es darum, alten Menschen eine „würdevolle, selbstbestimmte und erfüllte Lebensphase zu ermöglichen“.

Allerdings arbeiten noch immer etliche Stiftungen ohne Leitbild. Das gilt laut der Umfrage vor allem für Stiftungen ohne hauptamtliche Mitarbeiter. Hier besteht nach Ansicht von Experten Nachbesserungsbedarf.