Abitur

Senator Rabe startet G9-Umfrage an Hamburger Gymnasien

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Behörde schickt Briefe an Schulkonferenzen. Sie sollen bis zum 23. Mai abstimmen. „Soll an Hamburgs Gymnasien wieder das G9-Abitur eingeführt werden?“, lautet die zentrale Frage.

Hamburg. Es wird eine Abstimmung, deren Ergebnis die Schulen genau protokollieren und „nach oben“ melden müssen: Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat jetzt in einem Brief die Schulkonferenzen aller 60 staatlichen Gymnasien aufgefordert, ein Meinungsbild zur Rückkehr zum längeren Weg zum Abitur (G9) zu erstellen.

Rabe hatte diesen Verfahrensvorschlag in den Verhandlungen der SPD mit der Volksinitiative „G9-Jetzt-HH“ unterbreitet, um keine Entscheidung „über die Köpfe der Betroffenen hinweg“ über die Dauer der Schulzeit zu treffen. Doch die Initiative lehnt dieses Vorgehen unter anderem mit dem Hinweis ab, dass die Befragung der Schulen eine Konkurrenz zu einem Volksentscheid darstellen könne und deswegen verfassungsmäßig bedenklich sei. Die Verhandlungen sind ausgesetzt, bis die SPD einen konkreten inhaltlichen Vorschlag macht.

Rabe fordert Schulen zu geheimer Abstimmung über G9-Rückkehr auf

Das wird nun rund zwei Monate dauern, weil die SPD erst das Ergebnis des Meinungsbildes an den Schulen abwarten und auswerten will, die dafür eine Frist bis zum 23. Mai erhalten haben. „Soll an Hamburgs Gymnasien wieder das G9-Abitur eingeführt werden?“, lautet die zentrale Frage. „Ich bitte Sie, diese Frage im Rahmen der Schulkonferenz sorgfältig zu diskutieren, in geheimer Abstimmung ein Meinungsbild zu erstellen und uns das Ergebnis einschließlich der Mehrheitsverhältnisse... mitzuteilen“, schreibt Rabe.

Der Rückmeldebogen, den die Schulen ausfüllen müssen, sieht nicht nur das Ergebnisprotokoll der Abstimmung vor, sondern auch ergänzende Angaben. So sollen die Gymnasien Auskunft darüber geben, ob eine Eltern-, oder Schülervollversammlung zum Thema einberufen wurde und ob der Elternrat oder die Lehrerkonferenz getagt haben. Möglich sind auch Hinweise auf weitere Vorschläge und inhaltliche Festlegungen der Schulen.

Auch alle anderen Hamburger können per E-Mail an Schulbehörde schreiben

Rabe ist gegen die Rückkehr zu G9 an den Gymnasien, hat aber betont, er sei bereit, „über seinen Schatten zu springen“. Der Senator befürchtet bei einem Zurückdrehen des 2003 gestarteten und von ihm damals abgelehnten, um ein Jahr verkürzten Wegs zum Abitur (G8) erhebliche organisatorische Probleme und eine Schwächung der Stadtteilschulen, die G9 ja anbieten.

In seinem Brief an die Schulkonferenzen, in der zu gleichen Teilen Lehrer, Eltern und Schüler sowie die Schulleitung sitzen, verzichtet Rabe jedoch auf die Darstellung seiner Position, sondern spricht nur „von weitreichenden Folgen“, die die Rückkehr zu G9 an den Gymnasien hätte. Damit sich Lehrer, Eltern und Schüler über das Anliegen der Volksinitiative informieren können, gibt es einen Link zur Website von „G9-Jetzt-HH“. Auch alle anderen schulischen Gremien und Organisationen, Grund- und Stadtteilschulen sowie Vereine, Verbände und einzelne Interessierte können unter der E-Mail-Adresse g8g9@bsb.hamburg.de ihre Beiträge zur Diskussion an die Schulbehörde schicken.

( (pum) )

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