St. Pauli

Befürworter und Gegner ringen um Seilbahn-Projekt

Mit der Seilbahn über die Elbe – Befürworter und Gegner des Projekts gehen verstärkt in die Offensive und sammelten am Wochenende fleißig Unterschriften.

Hamburg. Der Vorschlag erhitzt weiterhin die Gemüter: Gegner und Befürworter der geplanten Seilbahn, die von der Glacischaussee über die Elbe zu den Musicaltheatern auf Steinwerder führen soll, gehen verstärkt in die Offensive.

Die Bürgerinitiative „Hamburger Seilbahn – Ich bin dafür“ hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 4000 Unterschriften gesammelt. Für das von der Initiative geforderte Bürgerbegehren werden bis Ende März rund 6000 Unterschriften benötigt. Auch am Wochenende warb Joachim Stratenschulte, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rickmer Rickmers, auf St. Pauli für das Vorhaben.

Doch auch die Gegner des Projekts machen nun verstärkt Mobil. So sammelten am Wochenende Mitglieder der SPD St.Pauli Süd Unterschriften gegen die geplante Seilbahn. „Wir wollen rund 1000 Unterschriften sammeln, um damit ein Zeichen zu setzen“, sagte Sabrina Hirche , SPD-Kandidatin für Bezirksversammlung. „Eine solche Seilbahn passt nicht nach St. Pauli, weil sie lediglich eine Touristenattraktion und kein öffentliches Verkehrsmittel ist.“

Anwohner befürchten demnach, dass die Veränderung St. Paulis zugunsten des Tourismus noch weiter zunehmen und das Hafenpanorama grundlegend verändert werde. „Die Menschen auf St. Pauli, die bereits Events wie Schlagermove, Hafengeburtstag oder Eurovisionsongcontest gastfreundlich beherbergen, wollen dieses Projekt nicht“, sagte Hirche. „Irgendwann ist auch mal gut.“

Auch die Bezirksversammlung Mitte steht dem geplanten Seilbahn-Vorhaben ablehnend gegenüber. Befürwortet wird der von Tourismusverband und Stage Entertainment geschmiedete Plan von der Handelskammer, der Interessengemeinschaft St. Pauli, der Jungen Union und weiteren Unterstützern des Bürgerbegehrens.

Die 1450 Meter lange Seilbahn soll in mindestens 80 Meter Höhe über die Elbe führen. Die Kosten von 40 Millionen Euro tragen das Musicalunternehmen Stage und der Seilbahnhersteller Doppelmayr – ebenso wie den Rückbau des zunächst auf zehn Jahre angelegten Projekts.