Verkehr

Straßensanierung – 3000 neue Baustellen in Hamburg

Auch 2014 müssen Autofahrer mit vielen Staus rechnen. Die Sanierung der Straßen wird laut ADAC zehn Jahre dauern. Noch im November kommen 36 Engpässe hinzu

Hamburg Die Autofahrer der Stadt werden weiterhin auf eine harte Geduldsprobe gestellt: Trotz bevorstehender Frostperiode wird die Zahl der Straßenbaustellen nicht abnehmen. Im Gegenteil: Laut Verkehrsbehörde kommen zu aktuell 42 Baustellen an Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen bis Ende November 36 neue hinzu.

Weil die Wetterbedingungen günstig seien, um die Schäden des vergangenen Winters zu beheben, geht Christina Hesse, Leiterin der Zentralen Koordinierungsstelle Baustellen (KOST), von keiner nennenswerten Entspannung aus. Auch 2014 ist kein Ende der Verkehrsbeeinträchtigungen in Sicht. 3000 Baustellen seien für das kommende Jahr geplant, etwa so viele wie 2013.

Der ADAC rechnet sogar damit, dass die Zahl der Baustellen zehn Jahre lang nicht abnehmen wird. Sprecher Christian Hieff: „20 Jahre wurden die Straßen vernachlässigt. Jetzt dauert es, bis die Missstände beseitigt sind.“ Die Beschwerdelage über Schlaglöcher und Verkehrsbeeinträchtigungen sei „extrem hoch“. Allein in dieser Woche werden drei neue Baustellen am Curslacker Neuen Deich, an der Barmbeker Straße und am Wellingsbüttler Weg eingerichtet. Größere Vorhaben im November sind zudem drei Monate dauernde Arbeiten an der Budapester Straße sowie der Brückenbau an der A7 zwischen Moorburg und Heimfeld für 13 Monate.

Hinzu kommen die Vorhaben der Bezirke. In Bergedorf etwa müssen sich Autofahrer seit Wochenbeginn auf Behinderungen einstellen. Grund ist das „Winterschädenprogramm 2013“, das abgearbeitet werde. Betroffen sind die Nettelnburger Straße, die Vierlandenstraße, der Nettelnburger Landweg sowie die Straße Schleusenhörn. Insgesamt werde in Bergedorf derzeit an elf Baustellen gearbeitet. Die Maßnahmen kosten fast 1,8 Millionen Euro, wobei „die Beeinträchtigungen für die Autofahrer so weit wie möglich beschränkt werden“, sagt Bezirkssprecherin Gabriele Günter.

In der ganzen Stadt wurden 2012 und werden auch in diesem Jahr etwa 66 Millionen Euro in Sanierung und Bau innerstädtischer Straßen und Brücken gesteckt. Zusätzlich investiert der Bund 130 Millionen Euro für Autobahnteilstücke. Laut ADAC sei es das erste Jahr, in dem der Etat angemessen sei. Er entspreche annähernd der Forderung des Automobil-Clubs.

Allerdings mangele es in den Bezirken oft an Fachleuten, die die Vorhaben planen und koordinieren. Dagegen würden Baustellen an den Hauptverkehrsstraßen meist ohne Komplikationen und Verzögerungen umgesetzt. Diese Arbeiten verantwortet die KOST, deren Mitarbeiterzahl inzwischen auf sechs aufgestockt worden ist.

In Bezirken wie Eimsbüttel sehe man laut Sprecherin Aileen Röpcke allerdings keinen dringenden Handlungsbedarf: „Wir arbeiten alles nach personellen und finanziellen Möglichkeiten ab.“ Derzeit gebe es vier Straßenbauarbeiten, etwa zwischen der Julius-Vosseler-Straße und dem Lohkoppelweg sowie dem Antilopenstieg und dem Flamingoweg. Geplant sind weitere Asphaltierungsarbeiten im gesamten Bezirk bis zum Ende des Jahres. In der Fangdieckstraße sollen Anfang 2014 Parkplätze und Gehweg entstehen.

In Wandsbek gibt es aktuell fünf Baustellen. Sie sollen spätestens bis Jahresende fertiggestellt werden. Seit August seien 21 Baustellen abgearbeitet worden, sagt Sprecherin Madlen Pieth. Für November und Dezember plant der Bezirk zehn weitere Baustellen. In Altona gehört unter anderem die Fußgängerunterführung am Bahnhof Altona zu den sieben Baustellen, die vom Bezirk eingerichtet sind. Nach Angaben von Sprecherin Kerstin Godenschwege plant Altona fünf weitere Maßnahmen in diesem Jahr, 18 im kommenden.

Größeren Handlungsbedarf gibt es in Nord: Aus einer Kleinen Anfrage von Christoph Ploß (CDU) geht hervor, dass 131 Bezirksstraßen Schäden aufweisen. Im Verlaufe des Jahres sollen 31 Straßen ausgebessert werden. Hinzu kommen 51 beschädigte Hauptverkehrsstraßen, bei fünf sind Baumaßnahmen geplant.

Beim ADAC beschweren sich Mitglieder zudem über „die katastrophale Koordination von Baumaßnahmen unter den Verkehrsträgern“. So werden am Hauptbahnhof die Weichen erneuert, während gleichzeitig die Autobahnbrücke bei Heimfeld saniert wird. Für Pendler aus dem Süden sei das problematisch. ADAC-Sprecher Christian Hieff: „Hier sind alle Verkehrsteilnehmer die Leidtragenden.“