Aufwendiges Ausdocken

Offshore-Spezialschiff verlässt Hamburger Sietas Werft

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Das 140 Meter lange Schiff soll beim Bau von Offshore-Windanlagen helfen. Über Stelzen kann es sich bei der Arbeit auf See weit über die Wasseroberfläche heben.

Hamburg. Am Sonnabend hat ein Spezialschiff zum Bau von Offshore-Windanlagen das Dock der Sietas Werft in Hamburg verlassen. Nachdem das Dock geflutet worden war, zogen Schlepper es durchs Estesperrwerk zur Elbe. Eine Nacht wird das für ein niederländisches Unternehmen gebaute 140 Meter lange Schiff an einem Kai im Hamburger Hafen liegen. Dann soll es zurück ins Dock für weitere Arbeiten. Die Übergabe ist für Juli geplant. Laut Werft handelt es sich um das erste in Deutschland entwickelte und konstruierte Schiff dieser Art.

Die Arbeiten am Rumpf sind abgeschlossen, der Aufbau des Deckhauses hat begonnen. Für die Endmontage muss das Schiff schwimmend im Dockhafen liegen. Deshalb war das aufwendige Ausdocken nötig. Die Passage durchs Estesperrwerk bedeutete Präzisionsarbeit: mit 38 Metern ist das Schiff nur knapp weniger breit als das Tor des Sperrwerks mit 40 Metern.

Die bisherige Bauplattform wird jetzt aus dem Dockhafen entfernt, dann kommt das Schiff zurück. In den kommenden Wochen wird unter anderem der Offshore-Kran, der 900 Tonnen heben kann, mit Fundament, Säule und Ausleger aufgebaut. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird das Schiff die Werft Ende Juni für seine erste Testfahrt verlassen.

Die Sietas-Mannschaft arbeitet zurzeit im Drei-Schicht-System an dem Spezialschiff. Rund 400 Werftarbeiter waren in der besonders intensiven Bauphase im Einsatz. „In nur sechs Wochen haben wir das Achterschiff und das Vorschiff aus neun Blöcken aufgebaut – eine Höchstleistung der Mannschaft in kurzer Zeit“, erklärte Projektmanager Oliver Arnold.

Die Sietas Werft hat das Errichterschiff für das niederländische Wasserbauunternehmen Van Oord gemeinsam mit dem Auftraggeber entwickelt. Mit den Stelzen kann es sich später bei der Arbeit auf See weit über die Wasseroberfläche heben. Es besitzt eine Transportkapazität von bis zu 6500 Tonnen und kann in Wassertiefen bis zu 45 Metern arbeiten. Während seiner Einsätze bietet das Installationsschiff 74 Besatzungsmitgliedern Unterkunft. (dpa)

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