Wellingsbüttel

Ex-Senator: Aus Protest kein Kircheneintritt

Fritz Vahrenholt ist über die Unterstützung für die Netzinitiative verärgert und hat einen Brandbrief an Bischöfin Fehrs geschrieben.

Wellingsbüttel. Hamburgs Ex-Umweltsenator, der langjährige Energiemanager Fritz Vahrenholt, hat sich im Zusammenhang mit dem kirchlichen Engagement für den Rückkauf der Energienetze an Bischöfin Kirsten Fehrs gewandt. In einem Brief, der dem Abendblatt vorliegt, schrieb er der Bischöfin, dass er seinen Plan, erneut in die Kirche einzutreten, "aufgeschoben" habe. Er habe feststellen müssen, dass die Kirche die Kirchensteuer "nicht nur für seelsorgerische, sondern auch für politische Zwecke wie den Rückkauf der Leitungsnetze" verwende.

Vahrenholt, der bis Sommer 2012 Vorstand des Energieunternehmens RWE Innogy war und seitdem dessen Aufsichtsratschef ist, nahm damit Bezug auf den Rechenschaftsbericht der Initiative, nach dem der evangelischen Kirchenkreis Hamburg-Ost die Netzinitiative allein im Jahr 2011 mit 15.500 Euro unterstützt hatte. "Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, mit meinen Kirchensteuerbeiträgen - die etwas höher liegen würden als die 15.000 Euro (...) - eine Maßnahme mitzufinanzieren, die großen Schaden für unser Gemeinwohl mit sich bringen würde." Wie berichtet, fordert die Initiative den kompletten Rückkauf der Netze, der mehr als zwei Milliarden Euro kosten würde. Die Stadt hält die bisher erworbenen 25,1 Prozent für ausreichend.

Vahrenholt forderte Bischöfin Fehrs auf, "klar Stellung" zu beziehen. Deren Sprecherin Susanne Gerbsch sagte dem Abendblatt: "Bislang ist in der Bischofskanzlei kein Schreiben von Fritz Vahrenholt eingegangen. Sollte es sich um ein persönliches Schreiben an die Bischöfin handeln, wird sie ihm sicherlich persönlich antworten. Es entspricht allerdings nicht unserem Stil, dies über die Medien zu tun."

( (sba) )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg