Eppendorf

Anonymus bezahlt Skatebahn am Loogeplatz

250.000 Euro, bereitgestellt von einem unbekannten Helfer, finanzieren den Löwenanteil des Neubaus. Die Eröffnung ist noch 2013.

Hamburg. Die Planungen sind schon zu einem großen Teil abgeschlossen, und noch in diesem Jahr soll Eröffnung sein: In Eppendorf wird am Loogeplatz eine neue Anlage für Skater entstehen. Direkt neben dem U-Bahnhof Kellinghusenstraße können dann bis zu 60 Sportler gleichzeitig auf Skateboards, Rollerblades, BMX-Rädern und anderem fahrbaren Untersatz dieser Art unterwegs sein.

Möglich macht das eine anonyme Großspende: 250.000 Euro, bereitgestellt von einem unbekannten Helfer, finanzieren den Löwenanteil des Neubaus - und sichern damit das ganze Projekt. Der Bezirk stellt die Anschubfinanzierung in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung.

"Allein hätten wir den Bau dieser tollen Anlage nicht wuppen können", sagt Heike Lucas von der SPD-Fraktion Hamburg-Nord. Sie hatte sich um eine geeignete Fläche für den Park gekümmert und schließlich den Loogeplatz ausgesucht. Die Spende wiederum hat Shiran Habekost organisiert, Geschäftsführer des Vereins Skateboard. "Es hat viel Zeit und Energie gekostet, um das Projekt zu stemmen und die neue Anlage zu bekommen", sagt er. Seit fast 30 Jahren ist Habekost Skater - und hat dadurch ein großes Netzwerk zu Freunden und Förderern des Sports, die er um Hilfe für den neuen Skatepark gebeten hat. Bis jemand die Viertelmillion zur Verfügung stellte. Habekost, Projektleiter der Anlage, respektiert den Wunsch des Spenders, dessen Namen geheim zu halten.

Bei einem Beteiligungsverfahren Anfang der Woche hatten sich Bezirk, Anwohner und Skater auf den groben Aufbau geeinigt. Die Planungen sehen zwei Ebenen mit einer Höhendifferenz von fünf bis sechs Metern vor. Zudem gibt es Treppenstufen für Sprünge, ein Extrapodest für Fahranfänger und diverse Rampen und Elemente wie ein "Taco" oder eine "Quarterpipe", auf denen die Sportler Schwung holen können. Für Mütter, die mit ihren Kindern zum Skatepark kommen wollen, werden Bänke an den Rändern aufgestellt.

Die Planung hatten Architekten übernommen, die selbst Skateboardfahrer sind und somit offenbar ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der künftigen Nutzer der Anlage hatten - denn Einwände an den Entwürfen gab es kaum. Zwei Nachbesserungswünsche werden jetzt allerdings geprüft: Die Anwohner rund um den Loogeplatz hatten vorgeschlagen, das Gelände mit Hecken oder Bäumen so grün wie möglich zu gestalten. Die Skater wünschten sich eine Beleuchtungsanlage, damit auch in den Herbst- und Wintermonaten noch am Nachmittag und frühen Abend Sport getrieben werden kann. Vor allem für Jüngere dürfte das die Sicherheit erhöhen.

Dem Projekt vorausgegangen war ein langer Streit. In Eppendorf hatten sich die Skater zuletzt vor allem auf dem Marie-Jonas-Platz aufgehalten, wo es allerdings immer wieder zu Konflikten mit Anwohnern und Ladenbesitzern gekommen war, die sich über störenden Lärm und die Gefahr durch eventuell herumfliegende Skateboards beklagt hatten. Ein runder Tisch lotete im Sommer 2011 zunächst Kompromissmöglichkeiten aus. Schon damals war die Idee der neuen Anlage am Loogeplatz geboren, die Finanzierung stand aber noch lange nicht. Erst seit der anonymen Spende ist das anders.

Beim Beteiligungsverfahren am Dienstag sei es kaum zu Einwänden von Anwohnern gekommen, so SPD-Politikerin Lucas. "Das ganze Projekt ist sehr positiv aufgenommen worden", sagt sie. Auch um Lärm würden sich Anlieger keine Sorgen machen, aber hier sei auch die Entfernung zwischen Skatepark und Wohnhäusern größer und die Abstände weitläufiger als zuvor am Marie-Jonas-Platz.

Einen Grillplatz wird es anders als zunächst angedacht jedoch nicht geben - einmal, um Müll zu vermeiden, aber auch, damit abends nicht noch allzu spät Leute am Platz sind. Voraussichtlich am 28. Januar werden die überarbeiteten Entwürfe dem Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude in öffentlicher Sitzung präsentiert - auch hier sind wieder Bürger und Skater eingeladen, um sich über die Pläne zu informieren. Gibt der Ausschuss grünes Licht, fangen schon im Februar die Arbeiten an.

Noch bevor es wärmer wird und die Vögel mit dem Nisten beginnen, soll die Fläche gerodet werden - hierfür werden die 20 000 Euro Anschubfinanzierung des Bezirks aufgewendet. Der erste von der Spende getragene Bauabschnitt würde im Juni beginnen, wie Projektleiter Habekost erläutert. Besonders teuer wird die Anlage, weil unter dem Loogeplatz ein alter Bunker liegt, der nicht gesprengt werden kann. Man müsse also kreativ darüber hinwegbauen.

Dass die Anlage in erster Linie aus Beton bestehen wird und somit Grau die dominierende Farbe ist, lässt sich nicht vermeiden. "Beton hält länger und ist nicht so pflegebedürftig wie andere Materialien", so Lucas. Umrahmen wird den Skatepark immerhin eine Hecke - und die Außenmauern sollen mit einem professionellen Graffito dekoriert werden, etwa von Künstlern.

Gibt es keine unerwarteten Probleme, soll die Anlage noch in diesem Jahr fertig sein. Der einzige Wermutstropfen für die Skater ist allerdings, dass es erst im November oder Dezember so weit sein wird. Liegt dann Schnee, werden sie noch bis zum Frühjahr mit den ersten Sprüngen warten müssen.