Teil 16: Hummelsbütteler Moore

Der Neuling unter Hamburgs grünen Schätzen

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Katharina Putzer

Erst im Januar dieses Jahres wurde das Gebiet der Hummelsbütteler Moore unter Schutz gestellt.

Es ist das Jüngste, aber nicht das Kleinste. Das Naturschutzgebiet Hummelsbütteler Moore wurde erst im Januar dieses Jahres ausgewiesen - und befindet sich in Bezug auf seine Größe mit rund 60 Hektar auf Platz 18 unter Hamburgs grünen Schätzen. Es umfasst die beiden bestehenden Naturdenkmale Ohlkuhlenmoor und Hüsermoor. Neu hinzugekommen sind nun das Quellgebiet und der obere Verlauf der Susebek. Dieser Nebenbach der Alster verbindet noch erhaltene Moorflächen miteinander und bietet unter anderem dem gefährdeten Moorfrosch Laichmöglichkeiten.

Weite Teile des Hummelsbütteler Schutzgebietes - und auch des Raakmoors in Langenhorn (siehe Beistück rechts) - sind deshalb für Menschen unzugänglich. Maisfelder, Kartoffelacker oder Ponywiesen dienen als Pufferzonen. Wer über die Wanderwege in der Nähe schlendert, kann dennoch eine Menge hören und sehen. Goldschrecken zirpenauf den Feuchtwiesen um die Wette. Oder der Mäusebussard, der in diesem Jahr drei Junge im Horst am Erlenbruch aufgezogen hat, kreist über dem Gebiet. Mitunter fliegt auch ein zartflügeliges Exemplar der insgesamt 25 heimischen Libellenarten vorbei.

Direkt neben dem Gebiet liegen der Hummelsee und die Hummelsbütteler Müllberge. Über die zwei riesigen Haufen Müll aus den 60-er Jahren ist inzwischen Gras gewachsen. Über eine ewige Sorge vieler Anwohner allerdings nicht: Die beiden Müllberge wurden in der Vergangenheit wiederholt mit einer Grundwasserverseuchung in der Umgebung in Verbindung gebracht. Dieser Zusammenhang ist laut Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt jedoch bis heute nicht nachgewiesen worden. Seit 1991 nehme man auf den Moorflächen an mehr als 20 Messstationen jährlich Wasseruntersuchungen vor.

"Mögliche Schäden würden sich wohl auch erst nach längerer Zeit zeigen", vermutet Joachim Horstkotte, ehrenamtlicher Betreuer vom Botanischen Verein. An den Tieren und Pflanzen im heutigen Naturschutzgebiet habe der 40-Jährige jedenfalls noch keine Veränderung beobachtet.

Ein aktuelles Problem ist die steigende Verkehrsbelastung. "Weil die Glashütter Landstraße saniert wird, weichen Baufahrzeuge und andere Autofahrer derzeit auf die kleine, direkt am Gebiet vorbeiführende Straße Rehagen aus", so Horstkotte. Die Folge: "Bei Regen fließen Öl und Reifenrückstände bislang ungehindert ins Moor." Nun sei geplant, zwei große Rückhaltebecken aufzustellen, um das Schmutzwasser aufzufangen. Thema sind zudem die vielen frei laufenden Hunde sowie der große Andrang am Hummelsee: "Früher gab es hier Rebhühner, sie sind aber längst in ruhigere Gegenden weitergezogen", sagt Joachim Horstkotte.

Der Biologe hält den Schutz des Gebietes aber trotz allem für sinnvoll: "So werden im Norden Hamburgs große, unbebaute Flächen als grüne Schätze der Natur erhalten."


Sehen Sie den Film zur Naturschutzserie im Internet unter www.abendblatt.de/naturschutz

Lesen Sie in der nächsten Folge: Wittenberger Heide/Elbwiesen

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