Zwischenruf

Das Sparen geht von vorne los

Ein Kommentar von Sascha Balasko

Meldungen über Nachwuchs sind eigentlich gute Nachrichten. Doch Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) treffen sie zur Unzeit. Bis 2014 nehmen zusätzlich 4350 Kinder am Kita-Gutscheinsystem teil, ohne dass er es vorher gewusst hat. Der ungeplante Zuwachs geht wohl auf eine Panne im Statistikamt Nord zurück - und beschert Scheele nun, da er eigentlich 67,5 Millionen Euro in seinem Haushalt einsparen will, zusätzlich Ausgaben in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags. Das Rechnen in der Sozialbehörde geht also wieder von vorne los.

Woher also soll das Geld kommen? Aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit? Die angekündigten Einsparungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro haben bereits für große Entrüstung gesorgt. Proteste hagelte es auch nach den Überlegungen, zwei Millionen Euro bei den Kuren für benachteiligte Kinder auf der Nordseeinsel Föhr zu streichen. Kürzungen im Sozialbereich kommen immer schlecht an.

Gut möglich aber, dass Scheele gar nicht alleine zu rechnen braucht. Die Kindertagesbetreuung ist eines der großen Themen des Senats. Und so ist es naheliegend, dass die Sozialbehörde diesen zusätzlichen Betrag nicht alleine aufbringen muss und sich der Hilfe der übrigen Ressorts sicher sein kann. Insofern ist der überraschende Nachwuchs dann doch noch eine gute Nachricht für Scheele.