Mobilität

Senat will Elektroautos verstärkt fördern

Hamburg möchte "Schaufenster"-Region werden und Fördermittel in Millionenhöhe bekommen. Senat beteiligt sich an Bundeswettbewerb.

Hamburg. Nach der "Modellregion Elektromobilität" will Hamburg nun ein "Schaufenster Elektromobilität" werden - und damit weitere Fördermittel aus dem Bundeshaushalt für den Ausbau und die Markteinführung elektrischer Antriebe generieren. Der Senat hat gestern beschlossen, sich an dem Wettbewerbsverfahren des Bundes zu beteiligen. Mit einer "sehr Hamburg-spezifischen Bewerbung" will die Hansestadt in Berlin punkten, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos).

Würde Hamburg den Zuschlag bekommen und eine von drei bis fünf Schaufensterregionen werden, wird der Senat seinerseits 10,4 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit den Bundesmitteln könnte Hamburg dann mindestens 50 Millionen Euro in den Ausbau der E-Mobilität stecken.

+++Hamburg macht eletronisch mobil+++

Im Rahmen der Modellregion werden in Hamburg zurzeit rund 350 Elektrofahrzeuge erprobt - vor allem bei Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Institutionen. Außerdem sind 200 Ladeplätze für Elektroautos installiert und in Betrieb genommen worden - davon 100 im öffentlichen Straßenraum und 100 auf Werksgeländen von Unternehmen.

Damit diese Ladeplätze nicht - wie es bisher häufig der Fall ist - von Autos mit herkömmlichem Antrieb als Parkplatz genutzt werden, sollen die Stationen mit weiteren "deutlichen Hinweisschildern" mit Abschleppwarnungen ausgestattet werden. Außerdem will Hamburg im Bund für eine Veränderung des Straßen- und Wegegesetztes werben, um eine grundsätzliche Regelung zu schaffen.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) nannte die gestrige Entscheidung des Senats "ein Signal an Industrie, Politik und Gesellschaft, dass Hamburg seine Verantwortung bei der Etablierung schadstoffarmer Antriebe wahrnehmen" werde.

Als nächste Schritte sind unter anderem geplant, die Anzahl von batterieelektrischen und mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen in den Behörden, der Polizei und Feuerwehr und den öffentlichen Unternehmen zu erhöhen sowie noch mehr Ladeplätze an öffentlichen Gebäuden zu schaffen.

Der Bund will in den kommenden Jahren in bis zu fünf ausgewählten Regionen die verstärkte Einführung und Akzeptanz von Elektroautos testen. Bis Ende 2013 stellt die Bundesregierung hierfür 180 Millionen Euro zur Verfügung. Bis zum 16. Januar 2012 muss Hamburg seine Bewerbungsunterlagen einreichen. Im kommenden Mai will die Bundesregierung festlegen, welche Region Schaufenster wird. (rek)