Hamburg

Parkfriedhof eröffnet modernes „Bestattungsforum Ohlsdorf"

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abendblatt.de

Der rund 25 Millionen Euro teure Neubau umfasst neben Feier- und Abschiedsräumen samt Gastronomie auch eine Feuerbestattungsanlage.

Hamburg. Nach 18-monatiger Bauzeit wird an diesem Donnerstag (10. November, 11 Uhr) das neue „Bestattungsforum“ auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg eröffnet. Der rund 25 Millionen Euro teure Neubau umfasst neben Feier- und Abschiedsräumen samt Gastronomie („Café Fritz“) auch eine Feuerbestattungsanlage. Dafür wurde das seit 1997 stillgelegte, denkmalgeschützte Krematorium saniert und wieder in Betrieb genommen. Zur Einweihung wird Hamburgs Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD) auf dem weltgrößten Parkfriedhof erwartet.

Erstmals in ganz Norddeutschland soll es mit dem neuen Forum möglich sein, die Trauerfeier, Einäscherung und Beisetzung an nur einem Tag stattfinden zu lassen. Bislang musste der Abschied durch die Einäscherung unterbrochen werden. Dies habe auswärtigen Trauergästen die Teilnahme oft unmöglich gemacht, sagt Lutz Rehkopf, Pressesprecher der Hamburger Friedhöfe. Drei Feierhallen stehen auf dem Gesamtkomplex mit über 5.000 Quadratmetern zur Verfügung. Die größte unter ihnen (260 Plätze) ist die Fritz-Schumacher-Halle in dem historischen, bereits 1933 eingeweihten Krematorium. Das Gebäude ist das letzte Klinker-Bauwerk des Hamburger Architekten und Oberbaudirektors Fritz Schumacher (1869-1947). Zwei weitere Feierräume (Cordes- und Linne-Halle) können variabel unterteilt werden.

+++ Die guten Seelen vom Friedhof Ohlsdorf +++

Neu sind Familien- und Abschiedsräume, in denen Angehörige ungestört und ohne Zeitdruck mit dem Verstorbenen allein sein können. Ebenfalls neu errichtet wurde eine Urnenkrypta und ein Kolumbarium für Urnenbeisetzungen. Auch hier können Besucher verweilen, Blumenschmuck ablegen oder eine Kerze anzünden. Neben dem geräumigen Info-Foyer des neuen Forums wurde erstmals auf dem Friedhof auch eine Gastronomie eingerichtet. Das „Café Fritz“ soll nicht nur Trauergästen, sondern auch Spaziergängern und Friedhofsbesuchern offenstehen.

Ohlsdorf ist nach eigenem Bekunden der größte Parkfriedhof der Welt und zugleich Erholungsraum und Kulturdenkmal. Wegen seiner historischen Grabstätten mit über 800 Skulpturen und eindrucksvoller Gartenarchitektur gilt er als Gesamtkunstwerk von internationalem Rang. Seit seiner Eröffnung 1877 fanden 1,8 Millionen Beisetzungen an rund 250.000 Grabstätten statt. Auf knapp 400 Hektar Gesamtfläche gibt es über 36.000 Bäume und 15 Teiche. Das Straßennetz ist 17 Kilometer lang und wird von zwei eigenen Buslinien mit zusammen 22 Haltestellen bedient. (epd)

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