Menschlich gesehen

Im Alster-Camp

Das selbst gekochte vegetarische Chili war exzellent gelungen, nur der Reis in dem riesigen Kochtopf brannte an. Gut für Mitorganisator Alexander Weber und die anderen Studenten im Protest-Camp am Jungfernstieg, dass die Uni-Mensa prompt Nachschub lieferte. So konnten die Demonstranten dem miserablen Wetter zumindest gut gesättigt trotzen. Zwei Nächte auf einer Styropormatte werden nur von "Überzeugungstätern" klaglos erduldet.

"Der Kampf für vernünftige Studienbedingungen ist großen Einsatz wert", sagte Weber - mit Blick aufs Rathaus. Da ist er sich einig mit seinen drei Kommilitonen in der gemischten WG auf St. Pauli. In Weßlach in Thüringen aufgewachsen, studiert der 24-Jährige in Hamburg im achten Semester Ethnologie und Politik. Das Wirken im Fachschaftsrat und ein Urlaubssemester haben den Einsatz in Hörsälen und Seminaren leicht gebremst. Anfang 2012 will der überzeugte Wahlhamburger den Bachelor schaffen.

Wegen der Bildungs-Demo ist das Pfingst-Programm noch nicht endgültig geklärt. Fest steht nur, dass Hengst Pablo im Reitstall in Stade noch ein paar Tage auf Hobbyreiter Alex warten muss. Wird das Protest-Zeltlager am Ufer der Binnenalster heute Abend wie vorgesehen beendet und nicht doch noch spontan verlängert, will Alexander Weber über die Feiertage nach Brokdorf fahren - um dort gegen die Kernenergie zu demonstrieren.