Hamburger Fernsehsender

Schwarzer Bildschirm bei greencapital.tv

Foto: Greencapital.tv

Der Internetsender will die Entwicklung Hamburgs als Umwelthauptstadt 2011 begleiten. Schon am ersten Tag ließen sich teilweise keine Videos abspielen.

Hamburg. Gestern um 13.30 Uhr war die Welt bei greencapital.tv noch in Ordnung. Kultursenator Reinhard Stuth drückte auf einen Knopf - genau genommen war es eine Taste auf der Tastatur eines Laptops -, und schon lief das Programm des Umweltsenders. Moderator Arne Bremer war zu sehen. Er stand vor einem riesengroßen rotierenden Globus und sagte einen Beitrag an.

Knapp vier Stunden später war Bremer verschwunden. Gegen 17.10 Uhr ließen sich bei greencapital.tv keine Bewegtbildinhalte mehr aufrufen. Der Pressesprecher des Senders wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Panne. Das ergab ein Anruf des Abendblatts. Nachdem sich auch auf seinem PC nichts tat, entschuldigte der Sprecher den Bewegtbildausfall mit "Anlaufschwierigkeiten".

Hoffentlich ist es nichts Ernsteres. Denn zumindest theoretisch ist das Konzept von greencapital.tv überzeugend. Man kann die Site wie einen ganz normalen Sender nutzen. Dazu muss der "TV Modus"-Button links oben neben dem Senderlogo auf "on" stehen. Steht er auf "off", kann man in den sieben Themenkanälen Natur, Energie, Klimawandel, Technik, Projekte, Diskussion und Stadt Hamburg ganz bestimmte Beiträge suchen. Derzeit gibt es etwa 100 Videos. Ihre Zahl soll wachsen - durch Eigenproduktionen, aber auch durch Beiträge von Bürgern und Organisationen. Der Sender des Medienunternehmers Frank Otto, der Hamburgs Aktivitäten als europäische Umwelthauptstadt 2011 medial begleiten will, versteht sich auch als Bürgerkanal.

An der Entwicklung von greencapital.tv hat sich auch Hamburg@Work beteiligt, die von Stadt und Unternehmen getragene Initiative für Medien, IT und Telekommunikation. Das Geld für die Entwicklung kam aus Mitteln, die der Senat für neue TV-Techniken zur Verfügung stellt. Diese Mittel - 2009 waren es etwa eine Million, in diesem Jahr sind es knapp 200 000 Euro - werden 2011 nicht mehr fließen. Dies verkündete Kultursenator Stuth, der auch für Medien zuständig ist. Er begründete das mit allgemeinen Sparmaßnahmen. Es gibt sicher Erbaulicheres, was man in einem Grußwort zum Start eines neuen Senders sagen kann.

Gegen 17.45 meldete sich dann der Sprecher von greencapital.tv noch einmal. Auf seinem Apple-PC liefen die Bewegtbilder des Senders nun einwandfrei. Nur bei Windows-Rechnern gäbe es noch Probleme. Eine halbe Stunde später verkündete er, dass jetzt alle Schwierigkeiten behoben seien. Auf dem Redaktions-Apple des Autors dieser Zeilen war aber bis zuletzt kein einziges Video des Senders zu sehen.