Zwischenruf

Scheuerl, Schmidt und andere Feinde

Eine Glosse von Sven Kummereincke

Wenn A etwas möchte, B ihm dabei hilft und C beide unterstützen will, dann sind sie schon zu dritt im Boot. Möchte man meinen. Das Leben ist natürlich komplexer. Zumal wenn es um ein Museum in Altona geht.

Das wollen böse, ignorante, Fliege tragende Menschen bekanntlich schließen. Ein ganz und gar unverzeihlicher Anschlag auf die Kultur - soweit sind sich A, B und C einig. A ist der Freundeskreis des Altonaer Museums, B die Bürgerinitiative "Altonaer Museum bleibt" und C ist Walter Scheuerl. Der Walter Scheuerl. Der partout nicht begreifen wollte, dass die Primarschule ein Segen für die Menschheit ist. Und der die verblendeten Hamburger dazu brachte, sie abzulehnen. Wenn man nun noch weiß, dass die Macher von B GAL-Mitglieder aus Altona sind, versteht man, dass sie mit C nix zu tun haben wollen. Nach dem Motto: Der Freund meines Freundes ist mein Feind.

Eigentlich braucht man so einen wie Scheuerl ja auch gar nicht. Ein paar Hunderttausend Leute zu mobilisieren kann ja so schwer nicht sein. Man nehme nur all die treuen Besucher des Museums. Das waren an manchen Tagen Dutzende! Wenn jeder von denen unterschreibt, dann dauert es keine zehn Jahre, und schon hat man, na ja, vielleicht nicht genug, aber ganz schön viele Stimmen beisammen. Da muss man sich doch nicht von der Bourgeoisie helfen lassen!

Zumal ja Rettung naht, in personam des beliebtesten und vertrauenswürdigsten Deutschen überhaupt. Und der ist gegen die Museumsschließung: Helmut Schmidt. Schmidt? Der mit dem Nato-Doppelbeschluss? Das wird B aber gar nicht gefallen ...