Hamburger war in Pakistan verhaftet worden

Der Terrorverdächtige Rami M. ist zurück in Deutschland

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Der Deutschsyrer besuchte die Taiba-Moschee in Hamburg. Er setzte sich ab und wurde in Frauenkleidern festgenommen.

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Terroristen Rami M. festnehmen lassen. Schon am 7. April 2010 hatte der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen erlassen. Beamte des Landeskriminalamts Hamburg fassten ihn daraufhin gestern in Frankfurt am Main.

Rami M. ist dringend verdächtig, sich als Mitglied an der terroristischen Vereinigung „Islamische Bewegung Usbekistan (IBU)“ beteiligt zu haben. Anfang 2009 soll er den Entschluss gefasst haben, sich dem gewaltsamen „Jihad“ der IBU anzuschließen. Zu diesem Zweck sei er im März 2009 in ein Terrorcamp der Organisation in Pakistan gereist und habe dort eine Ausbildung im Umgang mit Waffen und Sprengstoff durchlaufen. Anschließend soll der Deutschsyrer sich an Kampfhandlungen der IBU beteiligt haben.

Der Beschuldigte wurde im Juni 2010 von pakistanischen Sicherheitskräften aufgegriffen, als er, getarnt in Frauenkleidern, zu einem Arzt zu reisen versuchte. Seitdem befand er sich in pakistanischem Gewahrsam. Am Mittwoch wurde er nun zurück nach Deutschland überführt, wo er bei seiner Einreise am Flughafen in Frankfurt am Main festgenommen wurde. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs eröffnete ihm am heutigen Donnerstag den Haftbefehl und ordnete den Vollzug der Untersuchungshaft an.

Die Islamische Bewegung Usbekistan (IBU) verfolgt das Ziel, in Zentralasien einen islamischen Staat mit einer religiös-fundamentalistischen Gesellschaftsordnung zu errichten. Sie verübt deshalb – teilweise zusammen mit regionalen Taliban-Gruppen – Terroranschläge vor allem auf pakistanische Sicherheitskräfte und Mitglieder der in Afghanistan stationierten internationalen NATO-Schutztruppe ISAF. Wegen der Beteiligung der Bundeswehr an dem Militäreinsatz der NATO zählt die IBU auch die Bundesrepublik Deutschland zu ihren "Feinden".