Zwischenruf

Polizisten im Nobel-Einsatz

Eine Glosse von Vanessa Seifert

Positive Meldung: Bei der Polizei ist ein schneller Aufstieg noch möglich, da gibt es für Beamte über Nacht auch mal bis zu vier Sterne extra. Waren Bereitschaftspolizisten, zur Verstärkung aus fernen Städten angefordert, früher in miefigen Turnhallen einquartiert, dürfen sie jetzt auch schon mal in einem noblen Hotel nächtigen. Klassischer Fall von Hochgeschlafen!

So war auch eine Hundertschaft aus Magdeburg in einem Hamburger Vier-Sterne-Hotel im Einsatz, wie das Abendblatt gestern exklusiv berichtete. Die jungen Beamten, die eigentlich Ausschreitungen im Schanzenviertel verhindern sollten, sorgten jedoch nach Dienstschluss auf den Hotelfluren selbst für mächtig Krawall. Wie auf der Internetseite des Hotels versprochen, wurde es so wahrlich ein "unvergesslicher Aufenthalt". Vor allem natürlich für die Hochzeitsgesellschaft, die dieses Hotel, "umgeben von saftigen Wiesen, stillen Teichen und den mächtigen Kronen alter Eichen", vermutlich eher nicht ausgewählt hatte, um sich von angetrunkenen Gästen bepöbeln zu lassen. Und die Polizei konnte man auch nicht rufen, die war ja leider schon vor Ort.

Vermutlich hat sich der eine oder andere Beamte aus Sachsen-Anhalt in dem Ambiente mit dem "einzigartigen Ensemble aus Gastlichkeit und Komfort" nicht wie zu Hause gefühlt, sondern eher wie damals im Ferienlager.

Ein Glück nur, dass die Polizisten nicht in eine Alkoholkontrolle geraten sind. Sonst wären sie noch eingesperrt worden. Im Doppelzimmer mit Blick auf saftige Wiesen. Was für 'ne Strafe.