Hamburg Virus

Mehr als 1100 Fälle: Noro-Virus breitet sich aus

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In Hamburg steigen die Zahlen der Noro-Virus-Erkrankungen. Dieses Jahr hat es schon rund 1100 Fälle gegeben - 142 allein letzte Woche.

Hamburg. In Hamburg steigen die Zahlen der Noro-Virus-Erkrankungen. Seit Jahresbeginn hat es in der Hansestadt rund 1100 Fälle gegeben, in der vergangenen Woche waren es allein 142 Fälle. Drei Menschen sind bereits an dem Virus gestorben.

„Die Ausbreitung der Krankheit geschieht meist durch sogenannte Schmierinfektionen“, sagt Paul-Michael Kaulfers, Mikrobiologe und Krankenhaushygieniker am UKE.

Erbrochenes und Stuhlgang seien die häufigsten Quellen, über die Hände gelangten die Erreger dann in den Mund.

„Die typischen Orte für eine Infektion sind die, wo Menschen auf engerem Raum zusammenleben, also Krankenhäuser, Kitas, Seniorenheime aber vor allem auch zuhause in der Familie. Dementsprechend sind auch Kreuzfahrtschiffe ein typischer Ansteckungsort, schon häufiger wurden Reisen abgebrochen und die Schiffe komplett gereinigt. „Hier geschieht es meist über das Essen und das Wasser“ sagt Kaulfers.

Die Besonderheit des Norovirus ist, dass es sehr resistent gegen Umwelteinflüsse ist und daher auch außerhalb des menschlichen Körpers lange überlebt.

Auch die Infektionsdosis sei extrem gering: zehn Viren reichten aus, um eine Infektion auszulösen. „Für eine Ansteckung mit Salmonellen müssten es eine bis 100 Millionen Bakterien sein.“

Die Inkubationszeit des Virus ist kurz: Innerhalb von nur wenigen Stunden bis zu zwei Tagen machen den Betroffenen Durchfall, heftiges Erbrechen, Fieber, Bauchkrämpfe Glieder- und Muskelschmerzen zu schaffen. In der Regel ist der Krankheitsverlauf zwar heftig aber auch kurz: nach ein bis zwei Tagen hat das menschliche Immunsystem die Krankheit erfolgreich bekämpft. „Die Erreger sind keine Killerviren. Nur wenn jemand durch eine Vorerkrankung schon geschwächt ist, wird es durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust bedrohlich“, sagt Kaulfers.

Der beste Schutz vor dem Virus ist strikte Hygiene, besonders Händewaschen. „Am besten isoliert man erkrankte Personen in einem eigenen Zimmer mit eigener Toilette, auch wenn das in der Familie kaum möglich ist“, rät Kaulfers.