Streit um Kohlekraftwerk Moorburg

Vattenfall erwägt Klage gegen Auflagen

Den Hamburger Behörden wirft der Energieversorger Vertragsbruch vor: Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

Berlin/Hamburg. Im Streit um das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg schließt Vattenfall Europe eine Klage nicht aus. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka der "Süddeutschen Zeitung". Die Hamburger Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) hatte das Kraftwerk in der vergangenen Woche unter weitreichenden Auflagen genehmigt. Technisch, wirtschaftlich und juristisch seien die Auflagen "eine Komplikation", sagte Hatakka. "Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass wir dagegen klagen." Den Hamburger Behörden warf er Vertragsbruch vor.

Hatakka äußerte sich zugleich optimistisch zum möglichen Verkauf der Vattenfall-Übertragungsnetze. "Das Interesse ist groß", sagte er. Vattenfall hatte im Juli angekündigt, potenzielle Investoren auf einen Verkauf anzusprechen. Ziel sei es, die Aussichten für den Verkauf auszuloten. Dagegen wandte sich Hatakka gegen die Idee einer "Deutsche Netz AG", in welche die vier großen Stromnetz-Betreiber ihre Netz einbringen könnten. "Meine Befürchtung ist, dass die Diskussion über die Netz AG den notwendigen Ausbau bremst."