Tierparks im Norden

Regen und Kälte – Hagenbeck bangt um Zoo-Besucher

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Weil das Jahr bislang zu kalt war, kamen 90.000 Tierfreunde weniger in den Hamburger Zoo als im Vorjahr. Auch Neumünster fehlen die Gäste.

Hamburg. Regen und niedrige Temperaturen machen den Tierparks im Norden weiter schwer zu schaffen. „Es kommen weniger Gäste. Es ist einfach viel zu nass und zu kalt“, sagte Neumünsters Tierparkleiter Peter Drüwa am Montag und fügte hinzu: „Da haben alle mit zu kämpfen.“ Der lange Winter und der feuchte Frühling haben die Tierparks hart getroffen und auch bei Hagenbeck in Hamburg zu Besucherrückgängen geführt. „Von Januar bis Ende Mai kamen etwa 90.000 Gäste weniger als im Vorjahr. Das sind rund 20 Prozent“, sagte eine Hagenbeck-Sprecherin.

Tierparkleiter Joachim Weinlig-Hagenbeck rief die Hamburger bereits auf, den Zoo zu unterstützen. Im Januar und Februar hatte Hagenbeck wegen extremer Glätte zum ersten Mal in seiner 103-jährigen Geschichte für insgesamt acht Tage schließen müssen . Für den Zoo, der mit Kosten von 32.000 Euro täglich kalkuliert, sind die Besucher überlebenswichtig, da er ausschließlich über Eintrittsgelder und Spenden finanziert wird. Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Lage zwar noch „nicht bedrohlich aber auch nicht gut“, sagte die Hagenbeck- Sprecherin. Der Bau des neuen „Eismeeres“ sei nicht in Gefahr. Die zukünftige Heimat von Eisbären, Pinguinen und Co. soll wie geplant 2011 fertiggestellt werden.

In Neumünster besuchten im verregneten Mai rund 40 Prozent weniger Tierliebhaber den Zoo als üblicherweise bei gutem Wetter. Die Hoffnung auf Besserung hat Drüwa aber noch nicht aufgegeben. „Mal sehen was der Sommer bringt“, sagte der Tierpark-Chef, „die Abrechnung wird im Herbst gemacht.“ Allerdings, so Drüwa, habe die Vergangenheit gezeigt, dass eine schlechte Besucherbilanz im ersten Halbjahr, in der zweiten Jahreshälfte kaum aufzuholen ist.