Altona

Jenischpark als Party-Hotspot: "Es muss Regeln geben"

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Der Jenischpark nach einer der vielen sommerlichen Partys.

Der Jenischpark nach einer der vielen sommerlichen Partys.

Foto: Matthias Schmoock

Bezirkspolitiker wollen wilde Partys begrenzen – und runden Tisch zur Krisenintervention einrichten. Nächtliche Schließung eine Option.

Hamburg.  Mit steigenden Temperaturen blicken Altonas Bezirkspolitiker besorgt in Richtung der vielen Parks im Bezirk. In den vergangenen Sommern waren diese, wie berichtet, immer stärker zu Party-Hotspots mutiert – besonders der Jenischpark. Vieles wurde versucht um dem zeitweise wilden Treiben ein Ende zu bereiten, Erfolge waren indes nicht zu vermelden. Nun soll ein runder Tisch zur Krisenintervention eingerichtet werden – und die Teilnehmenden mögliche Lösungen entwickeln.

Schon an diesem Donnerstag bringen SPD und FDP gemeinsam einen entsprechenden Antrag in die Bezirksversammlung ein. Da die CDU zuvor bereits Zustimmung signalisierte, kann von einer Annahme ausgegangen werden.

Jenischpark in Altona: Partys schaden Tieren und Natur

„Es finden Partys mit Alkohol und Musik bis in die Nachtstunden statt, und beim Thema Müll lassen viele die gute Kinderstube vermissen“, heißt es in dem Antrag. Und weiter: „Diese Umstände schaden nicht nur den einheimischen Tieren und der gesamten Gartenanlage, sondern führen immer wieder zu Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner, die rund um den Park gerne in den Abend- und Nachtstunden ihre Ruhe genießen möchten.“ An dem geplanten runden Tisch sollen unter anderem Bezirkspolitiker sowie Vertreter von Polizei, Anwohnern, Stadtreinigung und den umliegenden Schulen teilnehmen.

„Es geht darum, gemeinsame Lösungen zu finden, um die Lage in den Griff zu bekommen“, sagt der Altonaer SPD-Politiker Andreas Bernau. „Dass wir in den vergangenen Jahren damit nicht erfolgreich waren, darf nicht heißen, dass wir jetzt gar nichts mehr versuchen. So verstehe ich mein Amt nicht.“ Mehrere Politiker berichten übereinstimmend, dass sie schon lange mit Beschwerden geradezu „überschüttet“ würden.

Maßnahmen wirkten immer nur kurzzeitig

Mal gehe es um unerbittlichen Lärm, mal um zurückgelassene Müllberge, dann wieder um zerstörte Parkmöbel oder um Graffiti-Schmierereien. Schilder, die auf ein Alkoholverbot hinwiesen, seien regelmäßig zerstört worden, patrouillierende Polizisten hätten stets nur kurzzeitig etwas bewirken können. Das sei auch in der Corona-Zeit zwischen einzelnen Lockdowns so gewesen.

Laut Andreas Bernau dürfe es bei der Suche nach Lösungen nun keine Tabus mehr geben. „Das kann auch eine nächtliche Schließung oder die Überwachung der Anlage durch Park-Ranger sein“, so der Politiker. „Es muss Regeln geben, an die sich alle halten“, sagt FDP-Fraktionschefin Katharina Blume, „das funktioniert im Alltag andernorts ja auch.“ Niemand habe etwas gegen feiernde Jugendliche, aber die Musik müsse auch mal heruntergestellt und der Müll mitgenommen werden. Laut Blume könnte ein funktionierender runder Tisch letztlich auch Modellcharakter für vergleichbare Initiativen für andere Parks haben.

Jenischpark: "Ordnungsdienst würde wirklich helfen"

CDU-Fraktionschef Sven Hielscher kündigte an, dass seine Fraktion den Antrag unterstützen werde. Doch Hielscher sieht den Vorstoß auch skeptisch. „Was wirklich helfen könnte, wäre ein städtischer beziehungsweise bezirklicher Ordnungsdienst“, sagt Hielscher, „aber dafür fehlt den Bezirken die Unterstützung aus dem Rathaus.“

( schmoo )

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