Schanzenpark

111 Stunden Fußball: Hamburger stellen neuen Weltrekord auf

Der FC Hamburger Berg und der VfL Wallhalben (Rheinland-Pfalz) haben 111 Stunden lang Fußball am Stück gespielt.

Hamburg. Am Sonntag um 13:06 Uhr war es soweit: Der FC Hamburger Berg und der VfL Wallhalben (Rheinland-Pfalz) haben 111 Stunden lang Fußball am Stück gespielt - plus vier Minuten Nachspielzeit. Das ist ein neuer Weltrekord. Die bisherige offizielle Bestmarke betrug dem „Guinness-Buch der Rekorde“ zufolge 105 Stunden, aufgestellt vom schottischen Team „The Craig Gowans Memorial Fund“. Kurios: Am vergangenen Montag erst wurde der Weltrekord in England auf 108 Stunden verbessert. Für die letzte Stunde konnten alle nochmals ihre letzten Kräfte sammeln und wieder elf Spieler pro Mannschaft aufbieten. Das war zwischenzeitlich nicht mehr möglich gewesen. Randnotiz: Die Hamburger haben mit über 722:568 gewonnen.

"Eine Riesenerleichterung", sagte FC-Vorstand und Spieler Ralph Hoffmann. "Während dieser fünf Tage war alles dabei: Frustration, Aggression aber natürlich auch große Freude." Aufgrund der großen Strapazen waren überwiegend nur sieben Feldspieler pro Mannschaft auf dem Platz. Auch mit der durchgängigen Besetzung der Schiedsrichter gab es anfangs Probleme - ein Internet-Aufruf der Gilde der Unparteiischen konnte die Personalnot lindern.

Der Rekord muss nach Auswertung der Videoaufzeichnungen noch von Guinness World Records bestätigt werden. Für den Weltrekordversuch herrschen strenge Vorgaben. Die 36 Spieler der beiden Mannschaften durften das Gelände um das Spielfeld während der gesamten Zeit nicht verlassen.

Am Dienstag ging es los

Der Hamburger Kreisklassist war am Dienstag um 22.02 Uhr vor rund 35 Zuschauern gegen den VfL Wallhalben (Rheinland-Pfalz) im Schanzenpark angetreten. Nach acht Minuten fiel das erste Tor durch FC-Spieler Moaaz Alhalaky. Der Syrer kam vor einem halben Jahr nach Hamburg. Am späten Donnerstagabend musste die Partie wegen des Gewitters für 20 Minuten unterbrochen werden. Die Zelte der Gäste hielten dem Wolkenbruch nicht stand und liefen voll Wasser. Insgesamt darf die Partie nur zwei Stunden wegen äußeren Umständen pausiert werden.

Trotz starker Erschöpfungserscheinungen waren die Fußballer beider Amateur-Teams schon am Freitag auf Kurs Richtung Weltrekord. Das Ziel rückte immer näher. Über 80 Stunden hatten die Spieler bis Sonnabendmittag bereits auf dem Platz gestanden. „Die Spieler laufen noch, der Ball natürlich auch“, bestätigte FC-Vorstand und Spieler Ralph Hoffmann.

Nach den Regenfällen war der Endspurt bei fast wolkenlosem Himmel und bis zu 26 Grad ein schweißtreibender Kraftakt. „Das wird nicht zu unserem Nachteil ausfallen, wir sind hochmotiviert“, hatte Hoffmann angekündigt.

Sämtliche Einnahmen rund um das Spiel sollen Flüchtlingen in Hamburg zugutekommen. Die Richtlinien verlangen zudem, dass mindestens je sieben Fußballer auf dem Feld spielen. Vier Kameras zeichnen den Versuch zum Beweis zu jeder Zeit auf.

Größtes Problem war der Schiedsrichtermangel. Nach einem Aufruf sind mittlerweile zwei neue Schiedsrichter erschienen. Diese müssen aber vom Verband sein, da ist das Guinessbuch streng.