"Goetheplatz" Altona

Streit um die "Bergspitze": Aktivisten in der BSU

Im Auftrag verschiedener Bürgerinitiativen aus Altona forderte eine Delegation bei einem nicht öffentlichen Treffen mehr Bürgerbeteiligung.

Hamburg. Schon lange ist die Bebauung des sogenannten „Goetheplatzes“ an der Großen Bergstraße in Altona ein Streitthema – am heutigen Montag gab es neue Verhandlungen über den geplanten Neubau, der dort, wo sich derzeit die Santander-Bank befindet, entstehen soll. Dazu trafen sich Oberbaudirektor Walter, Baudezernent Gütter, Bezirksamtsleiter Warmke-Rose, Altonaer Bezirkspolitiker aller Fraktionen und Vertreter des Bauherrn in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt an der Stadthausbrücke, um verschiedene Kompromissmöglichkeiten für das Bauvorhaben, die sogenannte „Bergspitze“, zu diskutieren.

+++++Machtkampf zwischen Altona und Oberbaudirektor+++++

Obwohl das Treffen als nicht öffentliche Sitzung geplant war, erschien auch eine vierköpfige Delegation verschiedener Altonaer Bürgerinitiativen zu dem Termin. „Wir Bürger wurden überhaupt nicht an den Planungen beteiligt und sind mit dem Vorhaben, dass dort nun ein Geschäftsgebäude mit ein paar Wohnungen mit sechseinhalb Stockwerken gebaut werden soll, nicht einverstanden“, sagte Thomas Leske von der Initiative „Altopia“. „Es ist ein Unding, dass da, ohne dass Bürger gefragt werden, einfach öffentlicher Raum privatisiert wird“, so Dörthe Schmidt-Reichard vom Bündnis „Anna Elbe“. „Wir wären zu diesem Treffen gern eingeladen worden, schließlich sind wir als Bürger von dem Vorhaben betroffen.“ Es stünden „rein finanzielle Interessen“ im Vordergrund, beklagen die Aktivisten.

An der Stelle des einstöckigen Gebäudes, in dem sich derzeit die Santander-Bank befindet, soll ein mehrgeschossiger Neubau mit Wohn- und Geschäftsflächen entstehen. Die „Bergspitze“ soll die Große Bergstraße nach den Plänen der Bezirkspolitik als Einkaufszone aufwerten. Im April hatte Oberbaudirektor Jörn Walter die Pläne aber abgelehnt und einen Alternativvorschlag eingebracht. Walters Begründung: Gestalterisch sehe er noch Verbesserungsmöglichkeiten, die vielleicht auch die Bedenken vor Ort etwas entschärfen könnten.

Diese Bedenken beziehen sich vor allem darauf, dass für den Neubau öffentlicher Raum in private Hand überginge: Denn die Grundfläche des neuen Gebäudes wäre größer als die des jetzigen. „Der Bauherr will sieben Meter in die Fußgängerzone und 18 Meter weiter in den Goetheplatz hineinbauen“, sagte Thomas Leske. „Dadurch wird der Platz zu einer normalen Straßenkreuzung, der Wochenmarkt wird verdrängt und verliert einige Stände.“ Auch würde der Neubau dem Platz ab Mittag die Sonne nehmen. Die Fußgängerschneise würde so verengt, dass ein Windkanal entsteht.

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„Die Bürger haben deutlich gezeigt, dass sie mit diesem Vorhaben nicht einverstanden sind, zum Beispiel auf der Veranstaltung im Januar, auf der die Pläne vorgestellt wurden“, so Leske. „Da wurde große Empörung laut.“

Die vier Vertreter der Bürgerinitiativen würden den von Oberbaudirektor Jörn Walter eingebrachten Alternativvorschlag zur Bebauung des „Goetheplatzes“ gern als Diskussionsgrundlage nutzen, um in Zusammenarbeit mit den Anwohnern eigene Ideen für die Gestaltung des Platzes zu entwickeln. Konkrete Pläne gebe es derzeit noch nicht – „es gibt aber viele Ideen“, so Thomas Leske.

Die verschiedenen Kompromissmöglichkeiten, die im Rahmen des Treffens besprochen wurden, sollen in den nächsten Tagen hinsichtlich ihrer Machbarkeit überprüft werden, teilte Frank Krippner von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mit. Unter anderem sei diskutiert worden, wo die vordere Flucht des Gebäudes liegen muss, wie sich die Wirtschaftlichkeit des geplanten Neubaus bei reduzierter Fläche gewährleisten lässt und ob der Wochenmarkt trotz des Neubaus an seinem Platz bleiben kann.

Der Beitrag der Altonaer Bürgervertreter sei von den Beteiligten als konstruktiver Beitrag aufgenommen worden. Aus Sicht der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt habe sich das Bezirksamt um eine intensive Bürgerbeteiligung bemüht, so Krippner. (froeh)