Kochen Sie norddeutsch?

Früher ein Reste-Essen, heute eine Delikatesse

Leserin Britta Tschöke berichtet heute vom Hamburger Traditionsgericht "Pannfisch".

Die Spezialität erinnert sie an Besuche bei ihrer Großmutter: "Pannfisch hab ich immer gegessen, wenn wir aus Walsrode zu meiner Oma nach Harburg gefahren sind", sagt die 41-Jährige. "Meine Großeltern wollten dann einen schönen Ausflug mit mir machen. Wir sind häufig an die Elbe nach Finkenwerder gefahren, und dort gab es ein richtig schönes Restaurant, das Tante Anna hieß. In dem hab ich mir immer meinen heiß geliebten Pannfisch bestellen dürfen."

"Pann" ist plattdüütsch und heißt Bratpfanne. Wenn früher bei einer Mahlzeit Fisch und Kartoffeln übrig geblieben waren, bildeten sie die Grundlage für das Abendessen. Denn beim traditionellen Hamburger Pannfisch wurden die Reste in der Pfanne aufgebraten, häufig noch mit Ei aufgestockt und mit Senfsoße serviert. So sollte der Geschmack der Fischreste ein wenig überdeckt werden. Heute wird das einstmals preiswerte Essen der Hafenarbeiter mit edlen Fischfiletstücken zubereitet und die Senfsoße meist extra serviert. Aus dem klassischen und gleichzeitig billigen Reste-Essen ist heute also eine sehr bekannte Hamburger Spezialität geworden.

Sie haben auch eine regionale Empfehlung? Dann schicken Sie uns bitte Ihr Rezept per Mail an rezept@abendblatt.de oder per Post an das Hamburger Abendblatt, Stichwort "Kochen", 20806 Hamburg. Heinz Wehmann vom Landhaus Scherrer wird Ihre Rezepte nachkochen und Schritt für Schritt jeden Donnerstag in der LIVE-Beilage erklären.

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