Kritik: Horst Lichter im CCH

Leicht und lachhaft: "Sushi ist auch keine Lösung"

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Simone Schiborr

Der fernsehbekannte Koch präsentierte sich als Stand-up-Comedian mit würzigen Sprüchen. Kostprobe: "Filetsteak unter 400 Gramm ist nur Carpaccio."

Hamburg. Mit seinem Bühnenprogramm strapazierte Horst Lichter am Freitag im CCH vor allem die Lachmuskeln seiner rund 2000 Zuschauer. „Wir schreiben das Jahr 10 nach Müsli. Rohkostsalate und Magerquark beherrschen die Welt..." So angekündigt von einer fast schon firchterregenden Stimme aus dem Off, kam der Star des Abends um die Ecke. Mit ausgestreckten Armen und „Hallo Hamburg!“ begrüßte er sein jubelndes Publikum und startete durch.

Warum die Show „Sushi ist auch keine Lösung“ heißt, und was Lichter über die Liebhaber dieser japanischen Küche denkt, erklärte er gleich zu Beginn: „Sushi und lecker, das ist wie eine vegetarische Bratwurst. Oder wie Angela Merkel im 'Playboy'“. Als Alternative hat Lichter ein eigenes "Sushi" entwickelt und bereitete es live zu: Öl und ein ordentliches Stück Butter in die Pfanne, dazu ein paar tiefgefrorene Fischstäbchen, ein bisschen Orangensaft, Sahne natürlich, Dill, Salz, Pfeffer - und fertig war Sushi à la Lichter. Ein paar Gäste aus der ersten Reihe durften probieren.

Aber nicht nur Fans des rohen Fisches bekamen vom Nordrhein-Wetfalen mit dem imposanten Schnurrbart ihr Fett weg, sondern auch Vegetarier, Veganer, Trendobst- oder Bio-Liebhaber. Für Lichter sind Heidi Klums Modelkandidatinnen „wandelnde Röntgenbilder“ und ein „Filetsteak unter 400 Gramm nur Carpaccio“. Deshalb "verfeinerte" Lichter seinen Kartoffelbrei, mit einer Kanne Sahne und ein paar Löffeln Kalbsleberwurst. Nebenbei erzählte er sehr unterhaltsam beispielsweise von seinem Koch-Kollegen Johann Lafer, bei dem „das Wasser aus Ehrfurcht schon bei 38°C zu kochen beginnt“ und „die Hummer freiwillig den Deckel des Topfes hochheben“. Nach der Pause erfreute Horst Lichter sein Publikum außerdem noch mit einem neuen bzw. alten 70er-Jahre Outfit und Geschichten aus seiner Jugend.

Gute zwei Stunden hielt der fröhliche Schnurbartträger das Publikum bei Laune. Dennoch hätte dennoch das eine oder andere ernsthaft gekochte Gericht den Abend besser bekömmlich gemacht.