Eintöpfe

Deftig, würzig und immer wieder anders

Vitamin- und
proteinreich:
Eintopf mit
weißen Bohnen

Vitamin- und proteinreich: Eintopf mit weißen Bohnen

Foto: Getty Images/iStockphoto

Eintöpfe sind Wohlfühlessen – und schmecken mit jedem Aufwärmen besser. Nimmt man sich einmal die Zeit, ist für Tage vorgesorgt.

Hamburg. Er hat es aber auch leicht, der Eintopf. Ist er doch deftig, herzhaft, heiß. Und bringt damit schon einmal viele Eigenschaften mit, die ihn als Leibspeise an kalten Tagen prädestinieren. Auch dass er, wie alle Suppen oder Schmorgerichte, mit jedem Aufwärmen noch einmal besser wird, ist eine nicht zu unterschätzende Qualität. Macht man sich einmal die Mühe, nimmt man sich einmal die Zeit, hat man für Tage (und überraschenden Besuch) vorgesorgt.

Letzteres bestätigt auch Donata von Reiche vom Lebensmittelunternehmen Naba Feinkost, das Brühen, Suppen und eben auch Eintöpfe in Bioqualität produziert: „Wenn man selbst diese Zeit investieren kann, einen Eintopf zuzubereiten, ist das wohl immer noch die gesündeste Variante. In einer Zeit, in der Flexibilität und Spontaneität sowohl beruflich als auch privat an der Tagesordnung sind, suchen die Leute vermehrt das ehrliche Fertigprodukt – ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe.“

Jeder gute Eintopf beginnt mit gutem Fond

Was aber macht den Eintopf zu so einer vollwertigen Mahlzeit? „Hülsenfrüchte sind eine wertvolle Eiweißquelle, was auch und gerade für Veganer und Vegetarier sehr wichtig ist“, sagt Donata von Reiche, „ohnehin ist die Nachfrage nach proteinhaltigen Nahrungsmitteln momentan immens hoch.“

Das Geheimnis eines guten Eintopfs ist immer die Zeit, die man ihm lässt. Nur so können sich die unterschiedlichen Aromen wirklich vereinen und gegenseitig beflügeln. Mindestens vier Stunden sollte er also vor sich hin köcheln. Und wie jede gute, handwerkliche Suppe beginnt jeder Eintopf auch mit einem guten Fond. Ausgekochte Rinderknochen oder, als vegetarische Variante, angerösteter und reduzierter Sellerie, dazu Karotten, Lauch, Gewürze – dem guten Geschmack sind keine Grenzen gesetzt.

Basisrezept gibt es nicht

Ein Basisrezept gibt es nicht, doch geht man immer auf ähnliche Weise vor: Fleisch wird in Öl, Butterschmalz oder Butter leicht angebräunt, Zwiebeln zugegeben und glasig gegart, dann kommen Gewürze wie Lorbeerblätter, Suppengrün und schwarzer Pfeffer hinzu. Nun gibt man klein gewürfelte Kartoffeln sowie Gemüse hinzu. Mit Wasser oder Brühe aufgegossen, muss alles einmal aufkochen und dann eine ganze Weile vor sich hin köcheln.

Wem das nach allzu viel Aufwand klingt, den kann Jörg Kinski, der ein biozertifiziertes Cateringunternehmen betreibt, beruhigen: „Suppenfonds lassen sich ganz einfach im Gefrierbeutel oder für kleine Portionen in einem Eiswürfelbehälter einfrieren. So hat man sie immer zur Hand.“

Vegetarier können Räuchertofu verwenden

Klar, der Eintopf ist ein deutscher Küchenklassiker – und so sind es auch seine Aromen: Linsen, Bohnen oder herzhafter Grünkohl. Allerdings gehören Eintöpfe auch in anderen Ländern zu ihrer landestypischen Küche. Man denke nur an den Irish Stew der Iren oder den Pot-au-feu aus Frankreich.

Nur einen Haken hat das wärmende Gericht: Auch wenn es erst richtig durchgezogen schmeckt, so sind dann doch die Vitamine weitgehend verschwunden. Um sich dennoch mit frischem Gemüse zu versorgen, kann man blanchiertes – also kurz in Salzwasser gegartes – Gemüse zum Eintopf geben, kurz bevor er fertig gekocht ist. Ebenso kann man Rohkost wie Möhren auf den Tisch stellen und diese dazu essen. Und auch an Vegetarier ist gedacht: Die Fleischeinlage kann durch mariniertes Tempeh oder angebratenen Räuchertofu ersetzt werden.