HafenCity

Hier öffnet in Hamburg jeden Monat ein anderes Restaurant

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Ulrich Gaßdorf und Robert Laubach
So soll das Pop-up-Restaurant aussehen. Auf der verglasten Empore werden Büros eingerichtet. Die Eröffnung ist im Juni geplant.

So soll das Pop-up-Restaurant aussehen. Auf der verglasten Empore werden Büros eingerichtet. Die Eröffnung ist im Juni geplant.

Foto: Heyroth & Kürbitz

Im neuen Foodlab in der HafenCity sollen Gastronomen und Köche alle paar Wochen wechseln. Auch Räume für Start-ups geplant.

Hamburg.  Die HafenCity Universität liegt direkt gegenüber. Der Blick aus den bodentiefen Fenstern fällt auf die Elbe, in Sichtweite entsteht ein Einkaufszentrum mit 200 Geschäften. Das wird erst Ende 2022 eröffnet. Aber bereits im Juni dieses Jahres soll an der Übersee­allee 10 eine neue „Gastroerlebniswelt“ den Betrieb aufnehmen. Im Foodlab dreht sich alles um das Thema Essen.

Die Gründerin ist Christin Siegemund. Die 38-Jährige steht auf der rund 1200 Quadratmeter großen Fläche, die über zwei Ebenen verläuft und in einem modernen Bürogebäude liegt. Noch ist das Foodlab ein Rohbau. Die Bauarbeiter machen einen ohrenbetäubenden Lärm. „Ich hatte mir auch noch zwei andere Standorte in Eimsbüttel und Eilbek angeschaut. Aber die HafenCity hat so viel Potenzial, hier werden viele innovative Konzepte umgesetzt, und deshalb ist es auch die richtige Umgebung für das Foodlab“, sagt Siegemund beim Ortstermin mit dem Abendblatt.

Die ehemalige Marketingleiterin eines Modeunternehmens ist voller Tatendrang: „Wir wollen hier einen Treffpunkt für die Menschen schaffen, die sich mit dem Thema Food beschäftigen. Das heißt, hier sollen Start-ups, alteingesessene Unternehmen aus der Lebensmittelbranche und vor allem auch die Hamburger und Touristen zusammenkommen.“ Mehr als eine Million Euro investiert sie in das Foodlab. „Ich habe einen Businessplan erstellt und einen Kredit von der Bank erhalten. Ich weiß, es ist eine große Herausforderung, aber ich glaube an mein Konzept und den Erfolg. Es gibt so etwas noch nicht in Hamburg.“ Die Idee kam Siegemund, nachdem sie einen Foodblog im Internet ins Leben gerufen hatte.

Kaffeerösterei im Erdgeschoss

Was erwartet die Besucher? Im Erdgeschoss zieht eine Kaffeerösterei mit rund 60 Sitzplätzen ein. „Dort wird es natürlich den besten Kaffee, Kuchen und auch Frühstück geben.“ Auf dieser Ebene wird die Gründerin zudem ein „Coworking-Space“ mit 52 Arbeitsplätzen einrichten. Ihre Kunden können dort gegen eine monatliche Gebühr einen Schreibtisch nutzen, und auch ein Postfach steht zur Verfügung. „Wer sich hier einmietet, kann die Schreibtische rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche benutzen“, sagt Siegemund.

Sie hat für das Coworking-Space eine bestimmte Zielgruppe im Blick: „Das Angebot richtet sich an Start-ups aus der Foodszene, die hier arbeiten und sich mit anderen austauschen können. Aber das kann natürlich auch ein Journalist sein, der sich mit dem Thema Genuss beschäftigt oder ein Foodfotograf. In erster Linie geht es um das Netzwerken und darum, gemeinsame Synergien zu nutzen.“ Es soll auch ein Mentorenprogramm geben. „Ein Programmmanager wird ausgewählte Start-ups beraten. Die Kosten für die ersten sechs Monate für das Coworking Space werden Partner aus der Lebensmittelbranche übernehmen, die die Start-ups natürlich dann intensiv bei ihren ersten Schritten unterstützen und begleiten können.“

Gäste können den Köchen über die Schulter schauen

Vom Erdgeschoss führt eine Treppe auf die Ebene, die direkt am Wasser liegt. Im Sommer soll es auch draußen Sitzplätze geben. Im Innern wird ein Pop-up-Restaurant im skandinavischen Stil einziehen. Für das Design sind die Architekten aus dem Hamburger Büro Heyroth & Kürbitz verantwortlich. „Viel Holz, modern und trotzdem gemütlich soll die Einrichtung sein, mit wenig Schnickschnack. Der Star ist schließlich das Essen auf dem Teller“, sagt Siegemund. Der Plan. „Jeden Monat wird im Pop-up-Restaurant ein neues Konzept präsentiert.

Das können junge Köche oder Gastronomen sein, aber auch zum Beispiel Profis, die einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen. Auch Lebensmittelfirmen könnten hier ihre Produkte vorstellen“, so Siegemund. Mittags und abends sollen die Gäste im Pop-up-Restaurant beköstigt werden. „Wir haben eine offene Küche. Das heißt, die Gäste können den Köchen über die Schulter schauen. Es soll ja auch einen Erlebnischarakter haben.“

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Siegemund präsentiert einen großen leeren Raum. Von Juni an soll hier experimentiert werden: „Wir richten eine Entwicklungsküche, eine Fermentierküche und eine Produktionsküche ein. Hier können sich die Start-ups einmieten und sich ausprobieren oder auch schon Produkte zum Verkauf herstellen.“ Im Erdgeschoss – direkt am Eingang zur Kaffeerösterei – soll es auch einen kleinen Shop geben.

„Hier können die Produkte, wie zum Beispiel Marmeladen, Saucen oder Suppen, die unten in der Küche hergestellt wurden, verkauft werden“, sagt Siegemund. Ein Mitglied des Foodlab-Beirats ist Christian Rach. Der TV-Star („Rach, der Restauranttester“) sagte dem Abendblatt: „Auf das Foodlab haben Hamburg und Deutschland gewartet. Christin Siegemund ist eine unglaublich energiegeladene Frau, die die Power hat, dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“

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