Mitte

Backfisch und Backstein

| Lesedauer: 3 Minuten
Heinrich Oehmsen
Restaurantleiter des Fleetschlösschens am Brooktorkai Julian Bastian.

Restaurantleiter des Fleetschlösschens am Brooktorkai Julian Bastian.

Foto: Klaus Bodig

Das Restaurant Fleetschlösschen in der Speicherstadt ist das vierte von Daniel Wischer. Es gibt Hamburger Klassiker und viel Fisch.

HafenCity. Wo man hinblickt, Backstein. Richtung Süden erstreckt sich die HafenCity mit ihren Neubauten, die das Ambiente der in entgegengesetzter Richtung liegenden Speicherstadt aufnehmen. Auch das kleine Fleetschlösschen, am Holländisch-Brook-Fleet gelegen, ist aus Backstein gebaut, steht unter Denkmalschutz und gehört seit 2015 zum Weltkulturerbe Speicherstadt.

Das 1888 errichtete schlanke Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Der Zoll besaß dort eine Dienststelle, später nutzte die Feuerwehr es als Brandwache, zeitweilig war es Toilettenhäuschen, und es diente den Hafenarbeitern als Kaffeeklappe. Gastronomische Zwecke erfüllt das Fleetschlösschen seit ein paar Jahren erneut, seitdem es nicht mehr zum Freihafen und damit zum Zollgebiet gehört und wie die ganze HafenCity der Öffentlichkeit ohne Zollgrenzen zugänglich ist.

Daniel Wischer hat das historische Haus 2018 übernommen

Nachdem Christian Oehler das Fleetschlösschen 2005 vor dem Abriss gerettet hat und bis 2017 dort ein Bistro betrieben hat, hat Daniel Wischer das historische Haus jetzt übernommen, renoviert und im Januar dieses Jahres wiedereröffnet. Aus dem Bistro ist jetzt ein Fischrestaurant geworden, es ist das vierte, das Wischer in Hamburg betreibt. Die Karte enthält eine ganze Reihe von Hamburger Klassikern:_ Labskaus (15,90 Euro), für viele Touristen aufgrund von Aussehen und Konsistenz oft nicht erste Wahl, schmeckt genauso köstlich wie die kräftigen Matjes à la „Hausfrauenart“ (13,90). Die Terrine Fischsuppe im Tomatensud (9,90) überzeugt ebenso wie die gegrillten Black-Tiger-Garnelen (16,90 Euro). Backfisch zum Backstein gibt es natürlich auch. Zusammen mit Remoulade und einem Kartoffel-Gurkensalat wird Goldbarsch im Teigmantel serviert. Zusätzlich zu der überschaubaren Karte wird ein Mittagstisch angeboten, auf einer Tafel gibt es als zusätzliche Angebote sechs Jakobsmuscheln in getrüffeltem Kartoffelpüree (15,50 Euro), einen gemischten Fischteller mit drei verschiedenen Filets (11,50) oder einen bunten Salat mit Meeresfrüchten (18,50).

Besucht wird das Fleetschlösschen mittags von vielen Leuten, die in den in der Nähe liegenden Büros arbeiten und sich hier zum Lunch treffen. Im Innern des Schlösschens sind die Tische eng ­gestellt, aber draußen stehen eine Reihe von rustikalen Bänken und Tischen, an denen Gäste die Sonne genießen können, die von morgens bis zum späten Nachmittag auf das ehemalige Zollhaus scheint. Auch für so manche Kaffeepause unter freiem Himmel wird das Restaurant durchaus gern genutzt.

Ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen

Für Touristen ist das Fleetschlöss­chen eine hoch frequentierte Anlaufstation, weil es wegen seiner Architektur ins Auge sticht, wenn man von einer Besichtigungstour aus der HafenCity kommend zurück in Richtung Speicherstadt geht. Eine Besuchergruppe am Nebentisch lobt den Schokokuchen mit Vanilleeis (6,90), hausgemachte rote Grütze mit Vanillesauce gehört ebenfalls zu den erwart­baren Klassikern auf der Speisekarte.

Der Clou im Innern des Gebäudes ist eine enge Wendeltreppe, die in den ersten Stock führt; die Küche ist offen und gewährt Einblicke in das Handwerk der Köche; an den Wänden hängen schwarz-weiße Fotografien mit Hafenansichten. Was vor mehr als 100 Jahren mal eine nüchterne Dienststelle war, ist zu einem charmanten Hotspot der HafenCity geworden.

Fleetschlösschen Brooktorkai 17 (Bus 6), T. 30 39 32 10

www.fleetschloesschen.de

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Fisch