Yu Garden

Shanghaier Teehaus-Ensemble in Rotherbaum öffnet wieder

Das Chinesische Zentrum Yu Garden ist einem Shanghaier Teehaus nachempfunden (Archivfoto).

Das Chinesische Zentrum Yu Garden ist einem Shanghaier Teehaus nachempfunden (Archivfoto).

Ab Januar übernimmt der Ex-Chef des Red Chamber die Gastronomie. Doch es soll auch Futter für Fans chinesischer Kultur geben.

Hamburg. Seit mehreren Jahren liegt das Shanghaier Teehaus-Ensemble Yu Garden im Stadtteil Rotherbaum schon in einem tiefen Dornröschenschlaf. Außer Bauarbeitern verlor sich in den vergangenen Monaten kaum jemand in das Chinesische Zentrum an der Feldbrunnenstraße.

Doch nun kommt nach einer umfangreichen Renovierung wieder Leben in den traditionellen Gebäudekomplex, der ursprünglich als Zeichen der Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg errichtet wurde. Von Januar 2020 an werde das Teehaus mit Kultur- und Tourismusveranstaltungen und einem hochwertigen gastronomischen Angebot erneut seine Tore öffnen und so wieder als wichtiger Ort für den deutsch-chinesischen Austausch fungieren, teilte die Kulturbehörde am Mittwoch mit. In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung gewinne der direkte Kontakt von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zunehmend an Bedeutung, so Senator Carsten Brosda (SPD).

Ehemaliger Chef des Red Chamber übernimmt Gastronomie

Bereits seit Sommer dieses Jahres bereitet sich ein neues Betreiberteam auf die Wiedereröffnung vor. Jingkai Li, der von Shanghai eingesetzte Hauptpächter, hat das Ensemble an Wolfgang Wen, den Präsidenten verschiedener chinesischer Vereine in Hamburg vermietet. Er fungiert als Hauptansprechpartner für das Ensemble und plant vielfältige deutsch-chinesische Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsveranstaltungen.

Das gesamte Untergeschoss, die Außenflächen und den Teepavillon hat Wen wiederum an Qiuyi Chen, den ehemaligen Chef des Restaurants Red Chamber und Präsidenten der Hamburger China-Gesellschaft vermietet. Chen hatte im Juli das Red Chamber in der Nähe des Rathauses geschlossen und angekündigt, mit seiner traditionellen Shanghaier Küche in den Teehauskomplex umzuziehen. Ursprünglich hatte er die Eröffnung des neuen Restaurants unter dem Namen Yu Garden allerdings schon für November geplant.

Konfuzius-Institut bietet Sprachkurse an

„Einer der wichtigsten Wege, eine andere Kultur kennen zu lernen, gelingt über ihre Küche", sagte Gastronom Chen am Mittwoch. "Und bei China trifft das ganz besonders zu, denn die chinesische Küche ist nicht nur Jahrtausende alt, sie nimmt auch einen besonders wichtigen Stellenwert in der Kultur Chinas ein." Er freue sich darauf, diese kulinarische Kultur dem Hamburger Publikum näher bringen zu dürfen.

Auch das Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg wird künftig mit einer Außenstelle im Yu Garden vertreten sein und laut Kulturbehörde ein umfangreiches regelmäßiges Programm anbieten – neben Sprachkursen auch diverse Veranstaltungen zur Förderung des deutsch-chinesischen Austauschs.