Herzogtum Lauenburg

Hält sich Armin Laschet? CDU im Kreis gespalten

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Elke Richel
Armin Laschet gestern auf dem Weg zu den Gremiensitzungen der Partei. Es musste sich scharfe Kritik anhören.

Armin Laschet gestern auf dem Weg zu den Gremiensitzungen der Partei. Es musste sich scharfe Kritik anhören.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Viele kritische Stimmen gibt es von der CDU-Basis im Herzogtum Lauenburg zum Abschneiden und dem Erscheinungsbild der Bundespartei.

Geesthacht/Lauenburg/Schwarzenbek.  Wenn es einen großen Verlierer der Bundestagswahl gibt, dann ist es die CDU/CSU. Die Union mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat erzielte mit 24,1 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die SPD mit Olaf Scholz liegt mit 25,7 Prozent knapp vor den Christdemokraten.

Laschet formulierte am Wahlabend noch den Anspruch auf das Kanzleramt, ruderte mittlerweile aber zurück und will es nun als „Angebot“ verstanden wissen. Er stehe für Gespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP zur Verfügung.

Im Herzogtum Lauenburg brodelt es an der CDU-Basis

Doch in der CDU brodelt es, auch an der Basis im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Dieses Ergebnis haben diejenigen persönlich zu verantworten, die der Parteibasis bei der Nominierung des Kanzlerkandidaten bewusst den Rücken zugekehrt haben. Hier müssen jetzt persönliche Konsequenzen folgen“, sagt Florian Slopianka, Kreisvorsitzender der Jungen Union.

„Im Wahlkampf haben wir alles gegeben, auch für Armin Laschet. Wir haben uns an Wahlständen für Ideenlosigkeit beschimpfen lassen müssen“, so der 24-Jährige. Aus seiner Sicht hätten die alten Parteistrukturen der CDU ausgedient. „Jetzt brauchen wir endlich eine Einbindung aller Parteimitglieder, um den Neuanfang auf die Beine zu stellen“, fordert er.

Die Parteispitze sollte auf die Basis hören

Ähnlich sieht das Nicole Voss, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Geesthacht. „Der Bundesvorstand sollte jetzt mal in sich gehen, und überlegen, wie man die Basis wieder für sich gewinnt“, sagt sie. Dazu gehöre auch, jetzt aus der Opposition heraus die Erneuerung in die Wege zu leiten. „Ich sehe nicht, dass die CDU einen Regierungsauftrag hätte“, so die Geesthachterin.

So weit will Hans-Jürgen Stribrny nicht gehen. „Ich war damals für Markus Söder als Kanzlerkandidat. Das ist dann anders gekommen und die Umfragewerte sind in den Keller gerutscht“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende aus Schwarzenbek. Dennoch hofft er, dass die Jamaika-Koalition zustande kommt. Rücktrittsforderungen in Richtung Laschet hält er für nicht richtig. „Es kommt jetzt darauf an, welches Team er an der Seite hat. Angela Merkel hat anfangs auch kaum jemand zugetraut, eine gute Kanzlerin zu sein“, erinnert er.

CDU-Grande sieht die Bundestagsfraktion am Zug

Sein Amtskollege aus Lauenburg, Christian Stockfisch, meint: „Es ist nicht so, dass die SPD einen klaren Regierungsauftrag hätte. Immerhin wollen jeweils rund 74 Prozent der Wähler Laschet und Scholz nicht im Kanzleramt sehen. Dies hätte für die CDU anders aussehen können, hätte man die Basis gefragt.“

Für Norbert Brackmann, der für die CDU zwölf Jahre im Bundestag saß und nun nicht mehr angetreten war, ist das Dilemma hausgemacht: „Die CDU hat versäumt, inhaltliche Fragen in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen wurde es eine Personenwahl, und da haben wir kein gutes Angebot gemacht.“ Über mögliche Konsequenzen werde die neue CDU/CSU-Bundestagsfraktion beraten.