Gewaltverbrechen

Mögliches Entführungsopfer gefesselt auf Straße gefunden

Polizisten durchsuchen bei Celle die Straße und ein Waldstück nahe dem Fundort einer gefesselten Frau.

Polizisten durchsuchen bei Celle die Straße und ein Waldstück nahe dem Fundort einer gefesselten Frau.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

In Niedersachsen sorgt ein mysteriöser Fall für Aufsehen: Eine 18-jährige Frau wurde in Celle gefesselt auf einer Straße gefunden.

Celle.  Im niedersächsischen Celle ist am Mittwochabend eine gefesselte Frau auf eine Straße gelaufen. Die Frau habe nach Angaben der Polizei so auf sich aufmerksam machen wollen.

Eine Autofahrerin hielt daraufhin an und sah, dass die junge Frau gefesselt war. Sie rief die Polizei, die noch bis in die Nacht ermittelte. Die „Cellesche Zeitung“ und „Celle heute“ hatte zuvor über den Fall berichtet.

18-Jährige wohl polizeibekannt

„Die 18-Jährige war am Dienstagabend, etwa gegen 20.30 Uhr, in der Nähe ihres Wohnortes verschwunden“, hieß es am Donnerstag in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft in Celle. „Aufgrund eines bei der Polizei eingegangenen Notrufs über eine angebliche Entführung wurden noch am Dienstag die Ermittlungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen.

Die Anklagebehörde und die Polizei bestätigten am Nachmittag, dass gegen die Frau in einer Vielzahl von Fällen wegen Sachbeschädigung an parkenden Kraftfahrzeugen, Diebstahls von Autokennzeichen und mehreren Brandstiftungen in Hambühren ermittelt wird. Die Ermittlungen zu diesen Fällen seien aber noch nicht abgeschlossen.

18-Jährige soll über 150 Straftaten gegangen haben

Die Frau werde von Anwohnern in Hambühren für rund 150 Straftaten verantwortlich gemacht, hieß es am Morgen aus politischen Kreisen in Hannover. Indizien für einen Fall von Selbstjustiz möglicher Betroffener gebe es nicht, hieß es in der Pressemitteilung. (dpa)