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Die Milch macht's - Aldi zieht die Preise an

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Der Discounter Aldi hob am Montag die Preise für Trinkmilch um vier Cent je Liter an. Auch andere Milchprodukte werden teurer.

Düsseldorf. Café au lait wird teurer, denn die beiden Zutaten Mich und Kaffee verteuern sich gerade drastisch. Erst stiegen die Kaffeepreise deutlich, nun wird Milch nach einem Jahr weitgehend stabiler Preise spürbar teurer. Der führende deutsche Discounter Aldi hob am Montag nach Informationen aus Branchenkreisen die Preise für Trinkmilch um 4 Cent je Liter an. Das sind bis zu 8 Prozent mehr. In der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen den einzelnen Handelskonzernen und Molkereien über Halbjahresverträge geht Aldi am Kühlregal voran. Auch bei einigen Milchprodukten wie Sahne, Magerquark und Kondensmilch erhöhte Aldi laut Marktbeobachtern Preise. Als Hintergrund wird eine hohe Nachfrage auf dem Weltmarkt gesehen. Aldi Süd äußerte sich am Montag zu dem Thema nicht. An den Discountern orientieren sich Supermärkte in der untersten Preislage.

Auch der größte Lebensmittelhändler in Deutschland, Edeka, hielt sich am Montag mit einer Stellungnahme zum Thema Milchpreis zurück - ebenso wie Aldi und Discount-Rivale Lidl. Milchprodukte gehören zu den Artikeln, die häufig gekauft werden und damit im Fokus der Verbraucher stehen. Beobachter gehen davon aus, dass auch andere große Lebensmittelhändler in den nächsten Tagen Preisanhebungen vornehmen werden. „Milch ist knapper geworden. Damit steigen die Einkaufspreise“, sagte ein Rewe-Sprecher. Konkrete Angaben, ob und wann Preise für Milchprodukte am Regal steigen, machte er nicht.

Ursprünglich waren zumindest einzelne Molkereien nach Information der „Lebensmittel Zeitung“ mit der Forderung nach fast 20 Prozent Plus in die Verhandlungen gegangen. So sei bei der Trinkmilch anfangs von bis zu 8 Cent mehr pro Liter die Rede gewesen sein. Bis zur letzten Minute hätten Molkereien und Handel um neue Kontrakte für das Milchbasissortiment gerungen. Bis Mitte vergangenen Woche seien erst wenige Verträge für Lieferungen ab 1. Mai zu neuen Konditionen unter Dach und Fach gewesen. Weil die Konkurrenz Sorge habe, dass Aldi die höheren Einkaufspreise nicht vollständig weitergebe, wollte sie laut Zeitung am liebsten warten, bis der neue Aldi-Preis am Regal steht.

Die Milcherzeuger hoffen nun auf weiter steigende Auszahlungen für ihre Rohmilch. „Wenn das ein Cent mehr wird, können wir froh sein“, sagte Gerd Krewer, Vize-Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW. Nur 30 Prozent der Rohmilch werde in Deutschland zu Trinkmilch verarbeitet.

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Verbraucherschützer haben dem Süßwaren-Konzern Ferrero „irreführend-sportliche Werbung“ für seine „Milch-Schnitte“ vorgeworfen. Mit Spitzensportlern als Werbepartner preise der Konzern den Riegel als leichte Zwischenmahlzeit an, tatsächlich bestehe „Milch-Schnitte“ jedoch zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker, kritisierte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

Das Produkt enthalte damit deutlich mehr Zucker und Fett und damit wesentlich mehr Kalorien als etwa die Schokoladen-Sahne-Festtagstorte von Coppenrath & Wiese.

Athleten wie die Boxerin Susianna Kentikian oder die Sportkletterer Alexander und Thomas Huber als Werbepartner verpassten dem Produkt dennoch ein „sportliches“ Image als leichte Mahlzeit für zwischendurch.

„Werbung und Wirklichkeit klaffen weit auseinander: Wenn Milchschnitte eine leichte Zwischenmahlzeit ist, dann ist Schoko-Sahne-Torte das perfekte Diät-Produkt“, erklärte die Leiterin der Foodwatch-Kampagne abgespeist.de, Anne Markwardt.

Ferrero erklärte, der Konzern nutze Sportler als Werbepartner, um zum Ausdruck zu bringen, „dass Ernährung und Bewegung zusammen gehören“. Prinzipiell widerspreche „der Konsum einer Milch-Schnitte als Zwischenmahlzeit auch nicht einem ausgewogenen, sportlichen Lebensstil“.

Hierfür komme es zudem nicht nur auf die Ernährung an, sondern auch auf eine angemessene Bewegung. Dafür stünden die sportlichen Werbepartner.

Neben Ferrero schmückten auch andere Hersteller ihre ungesunden Produkte mit bekannten Sportlern wie etwa den Fußballern Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder René Adler oder der Ski-Fahrerin Maria Riesch.

„Gerade Kindern wird so von ihren größten Helden vermittelt, dass Schoko, Chips und Wurst besonders begehrenswert sind und gut zu einem sportlichen Lebensstil passen“, erklärte Markwardt. Ihrer Vorbildfunktion für Kinder würden die Sportler damit nicht im Geringsten gerecht.

Foodwatch wendet sich mit seiner Kampagne abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen. (AFP/abendblatt.de)