Karriere

Wie und warum Streiten zum Ziel führt

Inhalt:

Die Prinzipien der Menschenführung haben sich dramatisch gewandelt. Sehr deutlich wird das im historischen Vergleich. Bis in die 60er-Jahre hinein dominierten noch Methoden, die der militärischen Führung entlehnt waren. Wird heute über die Ursachen des Dieselskandals bei Volkswagen diskutiert, ist man spätestens nach drei Minuten beim autokratischen Führungsstil des ehemaligen VW-Chefs angelangt: Zu viel Dominanz unterdrückte die schon früh vorhandene Kritik. Nachhaltig gute Ergebnisse erzielen Führungskräfte, die es schaffen, auch Kritiker einzubinden. Das senkt die Fehlerquote, hebt die Entscheidungsqualität und sorgt für Kreativität. Dafür brauchen Unternehmen eine Streitkultur. Denn in jedem Unternehmen treffen unterschiedliche Meinungen und Interessen aufeinander. Konflikte sind die Folge. Streitkultur bedeutet, diese Vielfalt in einen produktiven Impuls umzuformen. Dafür entwickelt der Hamburger Führungsexperte Heinz Becker in seinem Buch einen sehr genauen Fahrplan in sieben Etappen. Er zeigt, wie man ein Team auf ein Thema fokussiert, Diskussionen befeuert, im richtigen Moment den Entscheidungsprozess forciert, um dann mit vereinter Kraft die Dinge umzusetzen.

Präsentation:

Als Praktiker gibt Becker dem Leser einen direkt umsetzbaren Ratgeber an die Hand. Ein paar anekdotische Beispiele zeigen typische Konfliktlagen auf. Doch im Großen und Ganzen dominieren konkrete Handlungsanweisungen, die teilweise sogar mit Formulierungsvorschlägen versehen sind. Zahlreiche Zusammenfassungen und Merksätze vervollständigen dieses Arbeitsbuch.

Praxiswert:

Nicht selten ist von mehr Demokratie bei Entscheidungen und Entschlüssen im Unternehmen die Rede. Doch Unternehmen sind keine politischen Veranstaltungen. Letztlich geht es in erster Linie um Partizipation und nicht um Demokratie im klassischen Sinne. Denn wie Becker richtig feststellt, braucht es einen Ordnungsfaktor, um kontroverse Diskussionen im Unternehmensinteresse zu einem funktionierenden Konsens zu führen. Das ist der Job des Managers. Er muss eine konstruktive Streitkultur initiieren und (vor-)leben. Er sorgt gleichermaßen auf der einen Seite für Streit und auf der anderen für Einigung. Wer das kann, bringt nicht nur die Mannschaft hinter sich, sondern wird auch Karriere machen, weil die Ergebnisse und Erfolge stimmen. Heinz Beckers Streitkultur-Buch ist ein wunderbar kompakter praktischer Ratgeber für Führungskräfte auf allen Ebenen.