Karriere

Digitalisierung für Kleinunternehmer und Mittelständler

| Lesedauer: 2 Minuten
Andreas Matz

Inhalt:

Noch ein Buch über Digitalisierung, denkt man inzwischen gelangweilt. Muss das wirklich sein? In diesem Fall ist die Antwort: Ja. Anders als seine vielen Autorenkollegen bedient Ingo Radermacher in seinem neuen Buch „Digitalisierung selbst denken. Eine Anleitung, mit der die Transformation gelingt“ nicht den Hype, und er predigt nicht die Heilslehre der digitalen Revoluzzer.

Zwar beschreibt auch er auf den ersten 80 Seiten seines Buches den gegenwärtigen technologischen Wandel und dessen gravierende Folgen. Auch am Entscheidungs- und Handlungsdruck lässt Radermacher keinen Zweifel. Aber er pflegt einen angenehm unaufgeregten, analytischen Stil.

Richtig interessant wird es im dritten Teil. In zwölf Maximen fasst Radermacher – selbst übrigens von Beruf Informatiker und IT-Stratege – die wichtigsten Prinzipien für ein erfolgreiches Berufsleben als Entscheider im digitalen Zeitalter zusammen. Und das klingt dann stellenweise doch irritierend wertekonservativ. „Sei fleißig, sei gebildet“, „Lerne zu lernen“, „Vereinfache“ oder „Nimm deine Sprache ernst“ lauten die in diesem Kontext ungewohnten Kapitelüberschriften. Doch das ist gleichzeitig das Besondere an diesem Buch. Es verzichtet auf vordergründige Ratschläge und Patentrezepte. Stattdessen liefert es einen zuverlässigen Rahmen, um Digitalisierung ganz bodenständig selbst zu denken. Ingo Radermacher spannt dabei einen weiten historischen Bogen, und er verzichtet auf die heißatmigen Worthülsen der Digitalpropheten.

Präsentation:

Das Buch ist ganz ohne Frage lektürefreundlich. Doch die zwölf Maximen wären es wert gewesen, sie schärfer konturiert für den täglichen Gebrauch aufzubereiten. Denn erfahrungsgemäß bringt das Lesen eines solchen Buches herzlich wenig, wenn es nicht im Alltag ankommt.

Praxiswert:

Technologie verändert unser Leben, die Art, wie wir kommunizieren, einkaufen oder reisen. Natürlich gilt das auch für die meisten Berufe. So gesehen führt die digitale Revolution zu einem tiefgreifenden kulturellen Wandel.

Diesem Wechselverhältnis gilt das Hauptinteresse von Radermacher. Sehr genau arbeitet er heraus, worauf es ankommt, um nicht nur Zeuge dieser Entwicklung zu sein, sondern als Akteur von ihr zu profitieren. Diese Veränderung findet im Kopf statt. Mittelständler und Kleinunternehmer kaufen ja eher selten externe Beratungsexpertise ein. Und sie fahren auch ganz gut damit. Besonders für diesen Personenkreis, aber auch für Entscheider in Wirtschaft und Verwaltung ist das Buch eine Empfehlung, denn es hält, was es im Titel verspricht.

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