Karriere

Die Firma ohne Werbung ins Gespräch bringen

Inhalt:

Die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren, hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Die klassische Werbung verliert an Bedeutung, Online-Medien und vor allem die sozialen Netzwerke hingegen gewinnen. Ein Trend, der sich noch verstärken wird. Dieser Meinung ist nicht nur Kerstin Hoffmann, die Autorin des Buches "Lotsen in der Informationsflut". Doch auch in den sozialen Medien wird es für Unternehmen immer schwieriger, Reichweite zu erzielen. Die neueste Strategie ist nun Content-Marketing. Ohne Werbedruck soll das Publikum in die Markenwelt gezogen werden. Nützliche und unterhaltsame Inhalte sollen dabei helfen. Da sich Menschen in sozialen Netzwerken aber in erster Linie für andere Menschen interessieren und die Algorithmen immer schlauer werden, braucht es inzwischen eine ganze Mannschaft, die ihre Firma als sogenannte Markenbotschafter sichtbar macht. Womit wir beim Thema des Buches wären. Zum einen geht es um eine passende Strategie, zum anderen um die Antwort auf praktische Fragen, wer zum Beispiel für eine solche Rolle infrage kommt, wie sich spannende Themen finden lassen und wie viel Zeit das kostet. Interessant ist auch die Erklärung, warum es sich für einen Arbeitnehmer lohnt, zur "Personenmarke" seines Arbeitgebers zu werden.

Präsentation:

Zu den Stärken des Buches zählen sicher die gute Gliederung und einige Statements von Praktikern. Leider ist der Text aber doch sehr stark von der Fachsprache der Beraterin eingefärbt. Viele gute und zutreffende Argumente ließen sich auch deutlich kompakter auf den Punkt bringen.

Praxiswert:

Immer wieder gibt es Erfolgsgeschichten insbesondere aus dem Mittelstand, in denen sich eine clevere Social-Media-Strategie toll auf das Geschäft auswirkt. Meist stecken ein oder mehrere Mitarbeiter mit besonderer Affinität zu dem Thema dahinter. Oder der Chef postet oder bloggt selbst. Auf der anderen Seite gibt es aber auch sehr viel Verunsicherung, Angst etwas falsch zu machen oder ungewollt einen Shitstorm loszutreten. Diese Wissenslücke schließt das Buch. Mitarbeiter, die nicht aus der Kommunikationsabteilung kommen, aktiv für die Außenwirkung einzusetzen, ist eine spannende und auch lohnende Herausforderung. Das Buch zeigt, wie es richtig geht, sodass es sich für alle Beteiligten lohnt.

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