Karriere-Tipps

Die richtige Fortbildung für den beruflichen Aufstieg

Nach der Ausbildung schließen viele eine Meisterausbildung an. Sie ist der erste Schritt zur Selbstständigkeit

Nach der Ausbildung schließen viele eine Meisterausbildung an. Sie ist der erste Schritt zur Selbstständigkeit

Foto: Wolfgang Thieme / picture-alliance / ZB

Ob Meister, Fachwirt oder Bachelor, für das berufliche Vorankommen gibt es viele Lehrgänge. Tipps, zu wem welcher Kursus passt.

„Bleibe neugierig, bleibe verrückt“ – so beschrieb Apple-Gründer Steve Jobs im Jahr 2005 das Geheimnis seines beruflichen Werdegangs und eines seiner wichtigsten Erfolgsrezepte: lebenslanges Lernen. Auch in Deutschland bedeutet für viele Arbeitnehmer ein Abschluss nicht automatisch das Ende der beruflichen Bildung.

Doch je länger man mit dem Lernen pausiert, desto schwerer fällt es einem, wieder hineinzukommen. Deswegen streben viele direkt nach der Ausbildung etwas Neues an, beispielsweise den Fachwirt oder den Meister. Aber auch ein Studium ist für viele Menschen eine Alternative. So wie für Catharina Rachut. Sie hat an ihre Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gleich ein Studium der BWL/Medien- und Kommunikationswirtschaft angehängt. Nach gut dreijähriger Berufsausübung unter anderem in einer Werbeagentur sowie einem Verlagshaus macht sie jetzt ihren Master in Prozess- und Projektmanagement – berufsbegleitend.

Es gibt Phasen, in denen einem alles über den Kopf wächst

„Ich brauchte nach drei Jahren mal wieder etwas für meinen Kopf, ein bisschen Input. Ich wollte mir weiteres Wissen aneignen, um mich so noch breiter gefächert für die Zukunft aufzustellen“, sagt die 28-Jährige. Den halben Freitag und den ganzen Sonnabend studiert Catharina Rachut jetzt zwei Jahre lang an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Das funktioniert allerdings nur, weil ihr Arbeitgeber hinter ihr steht. Aber auch sie merkte, dass sie die Schulbank einige Zeit nicht mehr gedrückt hatte. „Das Lernen fiel mir am Anfang des Masterstudiums schon schwerer“, sagt sie. Sie ist sich sicher, dass es Phasen geben wird, wo ihr alles über den Kopf zu wachsen scheint, zumal sie neben Job, Studium und Lernen kaum Freizeit hat. „Aber wenn das soziale Umfeld stimmt und man unterstützt wird, schafft man auch diesen Doppelstress“, ist Rachut optimistisch.

Seit 2009 können übrigens auch Menschen ohne Abitur studieren – vorausgesetzt, sie verfügen über ausreichend Berufserfahrung. Wer bereits einen Meistertitel hat oder eine vergleichbare Qualifikation, wird Abiturienten gleichgestellt und kann an einer Hochschule ein Fach seiner Wahl studieren. Das ist jedoch nicht die einzige Voraussetzung für den Weg an die Uni ohne Abi. Hat jemand nach einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung noch mindestens drei Jahre Berufserfahrung gesammelt, kann er ein seiner Berufsrichtung entsprechendes Fach studieren, muss aber im Vorfeld eine Eignungsprüfung ablegen. Drei bis zehn Prozent der Studienplätze halten die Hochschulen inzwischen für Studierende ohne Abitur bereit. Und die Nachfrage wird immer größer.

Denn neue Branchen entstehen und Berufsbilder verändern sich. Arbeitnehmer müssen deswegen flexibel und immer bereit sein, Neues zu lernen. Viele müssen es nicht nur, sie wollen es auch – um im Job voranzukommen, sich für Führungsaufgaben zu empfehlen oder auch, weil sie Lust auf Veränderung haben und sich breiter aufstellen möchten. Doch das Angebot der beruflichen Weiterbildung ist riesig, für viele Menschen schlichtweg unübersichtlich.

Für wen also ist welche Art der Weiterbildung am besten geeignet? Viele Arbeitgeber bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter an: zu Sprachen, technischem Know-how, aber auch zu Führungsqualitäten. Sie werden fast immer zumindest in Teilen vom Arbeitgeber bezahlt.

Bildungsinstitutionen, öffentliche Einrichtungen oder Verbände bieten zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Für Menschen, die Anleitung und feste Strukturen vorziehen, sind Workshops, Seminare, Trainings und Vorbereitungskurse geeignet. Denn der Präsenzunterricht findet immer am selben Ort zu festgelegten Zeiten statt. Parallel dazu muss allerdings auch zu Hause gelernt werden. So gilt es, den Stoff vor- und nachzubereiten und Unterlagen und Aufgaben durchzugehen.

E-Learning bietet freie Zeiteinteilung, es braucht aber viel Disziplin

Für Menschen, die Spaß an digitalen Medien haben, eignet sich E-Learning. Die internetbasierten Kurse absolviert jeder für sich am heimischen Computer – bei freier Zeiteinteilung. Per Video-Chat oder Mails können sich Lernende und Dozenten austauschen. Diese Art des Lernens macht zwar Spaß und ist abwechslungsreich, erfordert jedoch jede Menge Disziplin. Denn da ist keiner, der einem sagt, wann man welche Aufgaben zu machen hat. Man selbst muss sich motivieren, auch nach einem Arbeitstag oder wenn die Freunde ausgehen, am Schreibtisch zu sitzen.

Das gilt auch für Fernunterricht, der weiter einen festen Platz in der Weiterbildungslandschaft hat: individuelles Lernen anhand von Lehrbriefen, ergänzt durch Präsenzveranstaltungen. Zu bestimmten Terminen gibt es Prüfungen oder müssen Hausarbeiten abgegeben werden. Auch hier kommt es auf die Selbstdisziplin an.