Karriere

Frischer Wind für Frauen im Beruf

Bekanntlich beginnt selbst die längste Reise mit dem ersten Schritt, aber die letzten Meter sind meistens auch nicht ohne. Egal, ob auf dem überfüllten Jakobsweg (der "Hape-Effekt", benannt nach dem Buch von Moderator und Entertainer Hape Kerkeling, "Ich bin dann mal weg") oder dem Karrieremarsch, der Weg nach oben ist schwierig und steinig – für Männer und erst recht für Frauen.

Die Luft soll dünn sein in den oberen Regionen, der Gegenwind bläst einem kalt ins Gesicht, die Stakeholder sitzen einem im Nacken. Ich mache mir keine Sorgen darüber, ob Frauen Vorstand können, sondern schon eher darüber, ob sie wollen. "12- bis 14-Stunden-Tage, bin ich eigentlich verrückt?" Die zeitliche Dauerverfügbarkeit scheint nach wie vor (oder mehr denn je?) das Eintrittsticket in die Chefetage zu sein. Das zu verändern, daran arbeiten wir, verkünden die Unternehmen alle Jahre wieder. Es ist wie mit den berühmten guten Vorsätzen an Silvester: Verkünden ist eine Sache, umsetzen eine andere. Es gibt keine Wunderwaffe – wir müssen machen, durchhalten und dranbleiben. Wieso wir in diesem Thema immer wieder neu ansetzen, hat auch damit zu tun, dass Wechsel in Spitzenpositionen stattfinden, ein neues Leadership-Team an Bord kommt, das Gender diversity nicht mit der gleichen Intensität verfolgt und andere Prioritäten im Unternehmen setzt. Prompt ist man wieder in der alten Schiene. Plötzlich stagniert der Frauenanteil oder fängt an zu sinken. Noch ist der männliche Managermarkt nicht leer gefegt.

Jetzt bringt der Gesetzgeber frischen Wind in die Frauenfrage, von der viele auch etwas erschöpft sind. Per Quote werden Unternehmen, die zugleich börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, Frauen aufs Auge und in den Aufsichtsrat gedrückt. Ab 2016 muss sukzessive für die dann frei werdenden Aufsichtsratsposten eine Quote von 30 Prozent Frauen erfüllt werden. Von dort aus, so der Gedanke, sollen Frauen Einfluss auf die Besetzungsentscheidungen nehmen und so dafür sorgen, dass auch die Vorstandsetagen deutscher Konzerne endlich geschlechtlich gemischter werden.

Wir wissen es alle: Neue Wege zu gehen ist anstrengend und unsicher. Aber einmal einen unbekannten Pfad eingeschlagen, das kann das Leben umdrehen. Oder wie der amerikanische Dichter Robert Frost es in seinem bekanntesten Werk "The Road not taken" ausdrückte: "Mut ist die menschliche Tugend, die am meisten zählt – der Mut, trotz begrenzten Wissens und ungenügender Beweise zu handeln. Denn mehr haben wir alle nicht." Ob etwas Neues gelingt, wissen wir erst hinterher.

Ich wünsche Ihnen ein mutiges Jahr 2016. Wenn wir es jetzt nicht versuchen, dann werden wir nie herausfinden, ob wir es geschafft hätten.

Dr. Barbara Schneider ist Coach, Autorin und Vortragsrednerin. Im Internet unter: 2competence.de

Frischer Wind in der Frauenfrage

Von Barbara Schneider

Bekanntlich beginnt selbst die längste Reise mit dem ersten Schritt, aber die letzten Meter sind meistens auch nicht ohne. Egal, ob auf dem überfüllten Jakobsweg (der "Hape-Effekt") oder dem Karrieremarsch, der Weg nach oben ist schwierig und steinig – für Männer und erst recht für Frauen.

Die Luft soll dünn sein in den oberen Regionen, der Gegenwind bläst einem kalt ins Gesicht, die Stakeholder sitzen einem im Nacken. Dass Frauen Vorstand können, da mache ich mir keine Sorgen, schon eher, ob sie wollen. "12- bis 14-Stunden-Tage, bin ich eigentlich verrückt?" Die zeitliche Dauerverfügbarkeit scheint nach wie vor (oder mehr denn je?) das Eintrittsticket in die Chefetage zu sein. Das zu verändern, daran arbeiten wir, verkünden die Unternehmen alle Jahre wieder. Es ist wie mit den berühmten guten Vorsätzen an Silvester: Verkünden ist eine Sache, umsetzen eine andere. Es gibt keine Wunderwaffe – wir müssen machen, durchhalten und dranbleiben. Wieso wir in diesem Thema immer wieder neu ansetzen, hat auch damit zu tun, dass Wechsel in Spitzenpositionen stattfinden, ein neues Leadership-Team an Bord kommt, das Gender Diversity nicht mit der gleichen Intensität verfolgt und andere Prioritäten setzt. Prompt ist man wieder in der alten Schiene. Plötzlich stagniert der Frauenanteil oder fängt an zu sinken. Noch ist der männliche Managermarkt nicht leer gefegt.

Jetzt bringt der Gesetzgeber frischen Wind in die Frauenfrage, von der viele auch etwas erschöpft sind. Per Quote wird Unternehmen, die zugleich börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, Frauen aufs Auge und in den Aufsichtsrat gedrückt. Ab 2016 muss sukzessive für die dann frei werdenden Aufsichtsratsposten eine Quote von 30 Prozent Frauen erfüllt werden. Von dort aus, so der Gedanke, sollen Frauen Einfluss auf die Besetzungsentscheidungen nehmen und so dafür sorgen, dass auch die Vorstandsetagen deutscher Konzerne endlich geschlechtlich gemischter werden.

Wir wissen es alle: Neue Wege zu gehen, ist anstrengend und unsicher. Aber einmal einen unbekannten Pfad eingeschlagen, das kann das Leben umdrehen. Oder wie der amerikanische Dichter Robert Frost es in seinem bekanntesten Werk "The Road not taken" ausdrückte: "Mut ist die menschliche Tugend, die am meisten zählt – der Mut, trotz begrenzten Wissens und ungenügender Beweise zu handeln. Denn mehr haben wir alle nicht." Ob etwas Neues gelingt, wissen wir erst hinterher.

Ich wünsche Ihnen ein mutiges Jahr 2016. Wenn wir es jetzt nicht versuchen, dann werden wir nie herausfinden, ob wir es geschafft hätten.

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Dr. Barbara Schneider ist Coach, Autorin und Vortragsrednerin

Im Internet unter: 2competence.de

Frischer Wind in der Frauenfrage

Von Barbara Schneider

Bekanntlich beginnt selbst die längste Reise mit dem ersten Schritt, aber die letzten Meter sind meistens auch nicht ohne. Egal, ob auf dem überfüllten Jakobsweg (der "Hape-Effekt") oder dem Karrieremarsch, der Weg nach oben ist schwierig und steinig – für Männer und erst recht für Frauen.

Die Luft soll dünn sein in den oberen Regionen, der Gegenwind bläst einem kalt ins Gesicht, die Stakeholder sitzen einem im Nacken. Dass Frauen Vorstand können, da mache ich mir keine Sorgen, schon eher, ob sie wollen. "12- bis 14-Stunden-Tage, bin ich eigentlich verrückt?" Die zeitliche Dauerverfügbarkeit scheint nach wie vor (oder mehr denn je?) das Eintrittsticket in die Chefetage zu sein. Das zu verändern, daran arbeiten wir, verkünden die Unternehmen alle Jahre wieder. Es ist wie mit den berühmten guten Vorsätzen an Silvester: Verkünden ist eine Sache, umsetzen eine andere. Es gibt keine Wunderwaffe – wir müssen machen, durchhalten und dranbleiben. Wieso wir in diesem Thema immer wieder neu ansetzen, hat auch damit zu tun, dass Wechsel in Spitzenpositionen stattfinden, ein neues Leadership-Team an Bord kommt, das Gender Diversity nicht mit der gleichen Intensität verfolgt und andere Prioritäten setzt. Prompt ist man wieder in der alten Schiene. Plötzlich stagniert der Frauenanteil oder fängt an zu sinken. Noch ist der männliche Managermarkt nicht leer gefegt.

Jetzt bringt der Gesetzgeber frischen Wind in die Frauenfrage, von der viele auch etwas erschöpft sind. Per Quote wird Unternehmen, die zugleich börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, Frauen aufs Auge und in den Aufsichtsrat gedrückt. Ab 2016 muss sukzessive für die dann frei werdenden Aufsichtsratsposten eine Quote von 30 Prozent Frauen erfüllt werden. Von dort aus, so der Gedanke, sollen Frauen Einfluss auf die Besetzungsentscheidungen nehmen und so dafür sorgen, dass auch die Vorstandsetagen deutscher Konzerne endlich geschlechtlich gemischter werden.

Wir wissen es alle: Neue Wege zu gehen, ist anstrengend und unsicher. Aber einmal einen unbekannten Pfad eingeschlagen, das kann das Leben umdrehen. Oder wie der amerikanische Dichter Robert Frost es in seinem bekanntesten Werk "The Road not taken" ausdrückte: "Mut ist die menschliche Tugend, die am meisten zählt – der Mut, trotz begrenzten Wissens und ungenügender Beweise zu handeln. Denn mehr haben wir alle nicht." Ob etwas Neues gelingt, wissen wir erst hinterher.

Ich wünsche Ihnen ein mutiges Jahr 2016. Wenn wir es jetzt nicht versuchen, dann werden wir nie herausfinden, ob wir es geschafft hätten.

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Dr. Barbara Schneider ist Coach, Autorin und Vortragsrednerin

Im Internet unter: 2competence.de

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