Karriere

Die Drei mit besonderer Expertise

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Alexandra Bülow

Gründerköpfe Ilka Johannsson, Liane Kische und Ute Böhnke beraten Betriebe der Lebensmittelbranche

Eine Mikrobiologin, eine Lebensmitteltechnikerin und eine Qualitätsauditorin – das sind Ute Böhnke, Ilka Johannsson und Liane Kische. Die drei Frauen kennen sich schon einige Jahre, haben sie doch allesamt im selben Unternehmen, einem mikrobiologischen Labor, gearbeitet. Bei der Firma lief es schließlich nicht ganz so glänzend, und die Damen überlegten, sich zusammenzutun und ihre Expertise selbst anzubieten. Das Ergebnis hat einen Namen: Es heißt Portecta.

„Wir beraten als externer Dienstleister kleine und mittelständische Betriebe aus der Lebensmittelbranche, analysieren Schwachstellen in Produktions- und Reinigungsabläufen und bieten Lösungen zur Korrektur an“, erklärt Kische. Neben der Qualitätssicherung unterstützt Portecta zu Fragen rund um das Lebensmittelrecht. Das Ziel sei es, so erklärt es die Internetseite, Betriebe bei der Einhaltung der gesetzlichen Auflagen zu unterstützen, die Herstellung sicherer Lebensmittel zu vereinfachen und so Verbraucher und Unternehmen zu schützen. Stichwort Schutz: Daher stammt auch der Name, allerdings ein wenig abgewandelt: Nicht „prot-“, sondern „port“ ist der erste Teil des Wortes. „Port ist das englische Wort für Hafen. Wir haben unseren Sitz in Hamburg mit seinem Hafen, und dort kommen auch Lebensmittel an“, erklärt Kische.

Jede der Drei hat ihr Spezialwissen. „Wer von uns sich eines neuen Kunden annimmt, kommt auf die Fragestellung an“, erklärt Kische. Oft überschneidet es sich auch, dann beschäftigen sich die Fachfrauen gemeinsam mit dem Auftrag. „Wir gehen in den Betrieb, lernen die Auftraggeber kennen und erfahren, was sie benötigen.“ Erst dann wird das Angebot ausgearbeitet. Durch ihre jeweilige Expertise ergänzen sich Johannsson, Kische und Böhnke ideal. Ihre Kunden sind erzeugende, verarbeitende und handelnde Unternehmen der Lebensmittelindustrie, der Schwerpunkt liegt auf Fleisch. Doch auch die Verpackungswirtschaft gehört zu den Kunden. Dem Verbraucher bekannt sind die großen Lebensmittelproduzenten. Doch viele kleine Firmen sind Zulieferer für große Handelsketten. Konzerne können sich Abteilungen für Qualitätsmanagement und Rechtsabteilungen leisten, kleinere Firmen weniger – und da kommt das Angebot von Portecta genau recht.

Dennoch mussten die Frauen erst einmal überlegen, wie sie ihr Angebot aufstellen. Sie besuchten ein Existenzgründungsseminar, um zu wissen, was auf sie zukommen würde. Mit Unterstützung der Lawaetz-Stiftung stellten sie ihren Businessplan auf und bekamen Tipps zu finanziellen Zuschüssen. Anfang 2014 gründeten sie Portecta. Das Geld für die Gründung der GmbH steuerte jede aus der eigenen Schatulle bei, mithilfe ihrer Familien, zudem werden alle drei vom Arbeitsamt mit dem Existenzgründerzuschuss gefördert. Auch kooperieren sie mit einem Labor, das ihnen für die Zusammenarbeit einen guten Preis gemacht hat, um die Gründerinnen zu unterstützen. So mussten sie nicht für viel Geld selbst ein Labor einrichten. Einige Kunden wechselten von dem Labor, in dem Kische, Böhnke und Johannsson zuvor gearbeitet hatten, mit zu Portecta. So mussten sie nicht bei Null anfangen. „Und wir werden weiterempfohlen, so haben wir mittlerweile 30 Kunden“, sagt Kische. Die Nachfrage steigt. Und nicht nur die, auch die Mitarbeiterzahl: Portecta hat weitere Mitarbeiter eingestellt. Und die drei Gründerinnen? „Wir sind nicht immer einer Meinung, das ist sicher eine Herausforderung als Gründer“, sagt Kische. „Aber wir kommen doch immer zusammen.“

www.portecta.de

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