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Firmengeschenke: Ein Kaffee ist voll abzugsfähig

Die Leserfrage: Was muss ich als Selbstständiger beachten, wenn ich Geschäftspartnern etwas schenke?


Das sagt Michael Fischer: Firmengeschenke sind Betriebsausgaben. Das Steuerrecht unterscheidet jedoch die abzugsfähigen und nicht abzugsfähigen Ausgaben. Geschenke sind abzugsfähig, wenn die Kosten der Anschaffung oder der Herstellung aller Geschenke, die Sie einem Geschäftspartner innerhalb eines Jahres überreichen, 35 Euro netto nicht übersteigen. Sobald Ihre Aufwendungen je Empfänger die Freigrenze übersteigen, liegen in voller Höhe nicht abzugsfähige Ausgaben vor. Aufmerksamkeiten wie etwa Kaffee fürs Büro müssen nicht mit einbezogen werden und sind voll abzugsfähig.

Wie aber hat der Empfänger das Geschenk steuerlich zu behandeln? Grundsätzlich gilt, dass alle Güter, die ihm zufließen, als Einnahmen erfasst werden müssen. Wird das Geschenk nicht im Betrieb verwendet, bietet der Gesetzgeber dem Schenkenden die Möglichkeit, sämtliche Zuwendungen (inklusive Umsatzsteuer) mit pauschal 30 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zu versteuern.

In der Folge muss der Empfänger die Zuwendungen nicht versteuern. Außer Acht bleiben bei der Pauschalbesteuerung Geldzuwendungen, die sogenannten Streuwerbeartikel (bis zehn Euro) und Sachzuwendungen anlässlich eines persönlichen Ereignisses (Geburtstag), deren Wert 60 Euro (inklusive Umsatzsteuer) nicht übersteigt. Die Möglichkeit der Besteuerung besteht auch für Geschenke an Arbeitnehmer und Empfänger, bei denen die Zuwendungen zu steuerpflichtigen Einkünften führen. Dieses Besteuerungsrecht können Sie getrennt für Arbeitnehmer und Zuwendungen an Dritte wahrnehmen. Bei Arbeitnehmern ist aber eine Sachbezugsfreigrenze von monatlich brutto 44 Euro zu beachten. Bis zu diesem Betrag sind Sachzuwendungen nicht steuerpflichtig.

Unser Autor Michael Fischer ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Hier kommen Sie zu seiner Kanzlei.