Gründerköpfe

Vollholzmöbel fürs Kinderzimmer

Gründerköpfe: Die Betriebswirtin lässt in Bosnien fertigen. Ihr Anspruch: „Zurück zum Natürlichen“

„Jedes Stück ist ein Unikat“, verspricht Nela Quandt. Sie ist Inhaberin von Bosnanova und verkauft „alles rund ums Kinderzimmer“: Vollholzmöbel, Accessoires, Puppen, Spielsachen. „Ich lasse in kleinen Manufakturen in Bosnien fertigen“, erzählt sie. Für die Herstellung würden nur zertifiziertes Holz und natürliche Materialien wie Baumwolle und Alpaka verwendet. „Zurück zum Natürlichen“, ist ihr Anspruch.

Zwei Kollektionen hat Quandt bislang gemeinsam mit einer bosnischen Designerin herausgebracht, eine dritte – im Retro-Stil – ist gerade in Vorbereitung. „Alles wird on demand angefertigt“, sagt sie. „Der Kunde bestimmt, wie das fertige Stück aussehen soll, zum Beispiel das Design, das Holz oder wie hoch ein Wickeltisch werden soll.“

Nela Quandts Eltern stammen aus Bosnien, daher ihre Verbindung zu dem Land und ihr Wunsch, seine Einwohner zu unterstützen. „Faire Geschäftsbeziehungen und fairer Handel sind mir wichtig“, sagt die 37-Jährige, die seit November 2013 mit ihren Produkten am Start ist. Außerdem hätten Handwerk und Handarbeiten in Bosnien eine lange Tradition. „Ich habe immer schon gedacht, dieses Potenzial muss man doch nutzen.“ Einen Eindruck von ihrem Sortiment kann man online gewinnen – oder in ihrem Showroom, Herlingsburg 6, im Norden Eimsbüttels. Der Name „Bosnanova“ soll zum einen Bosnien widerspiegeln, zum anderen aber auch eine „neue Welle“ ankündigen – entsprechend der Übersetzung des portugiesischen „Bossa Nova“.

Vor etwa zwei Jahren begann die Diplom-Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Tourismus, ihre Geschäftsidee zu entwickeln. Ausschlaggebend waren eigene schlechte Erfahrungen, die sie als Mutter mit Möbeln fürs Kinderzimmer machte. „Ich bin 1,60 Meter groß“, erzählt sie. „Normale Wickelkommoden sind mir immer zu hoch.“ 2012 machte sie auch ihre erste Geschäftsreise auf eine Möbelmesse nach Bosnien, um Kontakte zu knüpfen. Dort lernte sie unter anderem ihre Designerin kennen.

Ihr Lehrgeld hat Nela Quandt gezahlt: „Am Anfang habe ich fünf Kollektionen bei nur einem Tischler in Auftrag gegeben“, erzählt sie. Doch der hatte sich offenbar damit übernommen und hielt Zusagen nicht ein. So verlegte sich Quandt darauf, ihre Aufträge stärker zu streuen. „Ich wollte weg davon, von nur einem abhängig zu sein“, erinnert sie sich. Also startete sie noch einmal neu – mit nur zwei Kollektionen und mehreren Tischlereien. Sie sieht noch einen weiteren Vorteil: „So kann ich sogar mehreren Handwerksbetrieben die Möglichkeit geben, in den europäischen Markt einzutreten.“

Quandt hat Bosnanova nebenberuflich gegründet. Seit zehn Jahren betreut sie bei NDR2 den Veranstaltungskalender und plant Events. „Zu texten und zu sprechen macht mir total viel Spaß“, sagt sie. Ihr Ziel heißt dennoch: Vollzeit für Bosnanova. „Mein Hauptantrieb ist, dass meine Handarbeiterinnen und Tischlereien davon leben können.“

Im Moment konzentriert sie sich aufs Weihnachtsgeschäft. „Da möchte und muss ich vorankommen“, sagt die Gründerin. Um ihre Produkte bekannter zu machen, ist sie damit auch auf verschiedenen anderen Online-Plattformen präsent, zum Beispiel bei avocadostore.de, einem Shop, der sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Quandt plant aber auch, in Ladengeschäften präsent zu sein. „Mich“, sagt sie, lacht und lässt die Anführungszeichen hören, „soll es in tollen, ausgewählten Märkten geben.“

www.bosnanova.de